APA - Austria Presse Agentur

Österreichs Kulturinstitutionen verbünden sich in der Krise

15. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Die großen Kulturinstitutionen Österreichs haben sich am Freitagnachmittag in Richtung der Politik verbündet und lassen mit einem gemeinsam Positionspapier aufhorchen. Darin fordern sie einen zeitlichen Stufenplan zur Wiedereröffnung, finanzielle Kompensation, nachvollziehbare Höchstgrenzen für die Besucherzahlen und die Anerkennung der erstellten Präventionskonzepte. Letztere seien überdies eine Alternative zu verpflichtenden Tests.

Das vorgelegte Positionspapier sei dabei als Präzisierung zum Treffen der Branchenvertreter mit Kulturminister Werner Kogler und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (beide Grüne) vom vergangenen Dienstag gedacht, hieß es. Konkret gehe es um die Wege, die Kulturinstitutionen künstlerisch und betriebswirtschaftlich verantwortungsvoll durch die kommenden Monate zu führen.

Gefordert sei nun auch ein detaillierter Stufenplan für die Wiedereröffnung, der auf transparenten Parametern beruht. Demnach dürften die Kultureinrichtungen angesichts ihrer ausgefeilten Präventionskonzepte in der Frage eines verpflichteten "Reintestens" keinesfalls schlechter als die Gastronomie gestellt werden. "Wir sind zudem davon überzeugt, dass das Tragen einer FFP2-Maske kombiniert mit unseren starken Präventionskonzepten und den besonderen Lüftungsanlagen eine echte Alternative zum Testen darstellt", heißt es.

Eine Definition für die Obergrenze von Zuschauerzahlen müsse sich prozentuell an der Größe und Qualität der jeweiligen Spielstätte bemessen und dürfe nicht in absoluten Zahlen festgelegt werden. "Sämtliche Gebäude der großen Kulturveranstalter sind mit technischen Lüftungsanlagen ausgestattet, die die vorgeschriebene Frischluftzufuhr (Kubikmeter Frischluft Volumen pro Person/Stunde) deutlich übertreffen", wird betont.

Wichtig sei, dass die Probenarbeit fortgeführt werden dürfe, um Aufführungen und nicht zuletzt Premieren gewährleisten zu können. Und nicht zuletzt müssten die Institutionen durch die öffentliche Hand schadlos gehalten werden. "Voller Ersatz für die durch die Verordnung verursachten betriebswirtschaftlich negativen Folgen", lautet hier die Forderung.

Entscheidend sei künftig auch, dass der Austausch mit dem Kulturminister und seiner Staatssekretärin auf regelmäßiger Basis stattfindet: "Damit soll gewährleistet werden, dass die die Kultur betreffenden Verordnungstexte durch Einbeziehung der fachlichen Expertise dieser Gruppe praxistauglich sind."

Zu den unterzeichnenden Institutionen des Positionspapiers gehören die Wiener Staatsoper, das Theater an der Wien, die Josefstadt, die Volksoper oder das Burgtheater ebenso wie die Salzburger und die Bregenzer Festspiele, zahlreiche Landesbühnen wie auch die Bundestheater Holding, das Wiener Konzerthaus oder der Musikverein.

Quelle: Agenturen