Österreich öffnet am 19. Mai: Der Plan der Regierung im Detail

23. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

Am Freitag präsentierten Regierung, Länder, Sozialpartner und Experten mit gewohnter Verspätung den Öffnungsplan für Österreich. Am 19. Mai werden Gastro, Sport, Kultur und Events wieder anlaufen. Bei den Schulen geht es sogar früher los. Begleitet wird das von Sicherheitsmaßnahmen.

Am 19. Mai, kurz vor Pfingsten, starten Gastronomie, Tourismus, Kultur und Veranstaltungen wieder. Alle Öffnungsschritte werden von Sicherheitskonzepten begleitet. 

Als Vorbild nimmt sich die Regierung Vorarlberg, das ja schon seit einigen Wochen unter anderem die Gastronomie geöffnet hat. Dass das nicht unheikel ist, zeigen die heutigen Zahlen des Krisenstabs. Die Infektionen in Vorarlberg gehen nämlich immer deutlicher nach oben. Heute früh war das "Ländle" bereits das Bundesland mit der zweithöchsten 7-Tagesinzidenz nach Tirol, aber schon mit einem schlechteren Wert als Wien.

Grüner Pass als Voraussetzung

Bis Mitte Mai würden aber drei Millionen Menschen in Österreich geimpft sein, kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag an. Er setze mit darauf, dass durch die vielen Geimpften die Notwendigkeit von Tests weiter abnehmen werde. Voraussetzung für Zugang zu Öffnungen ist der Grüne Pass - also die Bestätigung, entweder geimpft, genesen oder negativ getestet zu sein, so der Kanzler.

Die Öffnungsschritte im Detail

Gastro-Öffnung

Die Gastronomie sperrt wieder auf. Wer ein Lokal besuchen will, darf das nur in einer Runde von maximal vier Personen tun, wobei da Kinder nicht mitgerechnet sind. Auch dürfen die Gäste an einem Tisch nur von maximal zwei Haushalten stammen. Die Lokalbetreiber müssen zwischen den Tischen einen Abstand von zwei Metern gewährleisten. Man muss sich registrieren und beim Besuch Maske tragen. 

Tourismus

Ab 19. Mai seien auch wieder Touristen aus dem Ausland willkommen, sagte Kanzler Kurz. Auch hier werde man bei der Einreise entsprechende Test- und Quarantäneschritte setzen.

Kultur, Events und Sport

Auch hier wird wieder aufgesperrt. Bei Indoor-Veranstaltungen, egal ob im Kultur- oder Sportbereich, dürfen Kapazitäten nur zur Hälfte ausgenützt werden. Bewirtung darf es keine geben. Das liegt daran, dass eine Maskenpflicht verhängt wird. Diese darf zum Trinken oder Essen nicht abgenommen werden, weshalb man das gleich im Keim erstickt. 

Veranstaltungen werden in Innenräumen auf maximal 1.500 Menschen begrenzt. An Freiluftveranstaltungen dürfen bis zu 3.000 Personen teilnehmen. Bei Events dürfen ausschließlich Sitzplatzkarten angeboten und verkauft werden. Jeder bekommt einen ihm zugewiesenen Sitzplatz. 

Outdoor-Sportarten werden wieder erlaubt. Sport in Innenräumen wird nur erlaubt, wenn der Sporttreibende 20 Quadratmeter zur Verfügung hat, um Abstand halten zu können. 

Schule

Das Distance Learning wird mit 17. Mai beendet, Kinder und Jugendliche kehren in den Präsenzunterricht zurück. Schüler werden weiterhin getestet, die Testergebnisse gelten auch als Eintrittskarten für Gastro und Events.

Weitere Öffnungen nach Beobachtungszeit

Nach Inkrafttreten der Öffnungsschritte wird die Infektionslage in Österreich einige Wochen lang beobachtet. Ist die Entwicklung günstig, könnten im Juni weitere Lockerungen kommen. Erst dann ist etwa die Öffnung von Fitnessstudios eine Option. Die Nachtgastronomie wird wohl noch länger warten müssen.

Kritik an den Öffnungsschritten hat schon im vorhinein NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker geäußert. Er pochte einmal mehr auf ein stufenweises Vorgehen: "Anstatt alle Bereiche zu öffnen und damit für Chaos und Unsicherheit zu sorgen, sollten die Öffnungsschritte in Stufen geschehen." Damit könnten die Auswirkungen der einzelnen Schritte beobachtet werden und die Menschen sowie die betroffenen Sparten sich in Ruhe darauf vorbereiten.

Mahrer will bei Öffnungen den "Sack zu machen"

Wirtschaftskammer-Präsident Harald  Mahrer war einer der wenigen, die sich vorab zu den Öffnungsschritten äußerten. Er wünschte sich eine "breite, faire Öffnung" mit strengen Sicherheitskonzepten, wobei es ihm nicht so wichtig sei, ob diese am 17. oder 19. Mai losgehen solle, wie er auf Nachfrage meinte: "Uns ist es wichtig, dass es vor Pfingsten stattfindet." 

Quelle: Redaktion