APA - Austria Presse Agentur

Österreich bekommt 400.000 weitere Impfdosen von Biontech/Pfizer

17. März 2021 · Lesedauer 3 min

Insgesamt liefert Biontech/Pfizer noch im zweiten Quartal 10 Millionen Impfdosen an die EU. Laut Bundeskanzler Sebastian Kurz ist eine EU-Lösung "nahe".

Die EU wird von einer vorgezogenen Lieferung von Biontech/Pfizer profitieren – und damit auch Österreich. Das erklärte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag in Brüssel.

"Ich weiß, wie wichtig das zweite Quartal für die Impfstrategien der Mitgliedstaaten ist", erklärte von der Leyen. "Diese vorgezogenen 10 Millionen Dosen werden die Gesamtzahl der Dosen von Biontech/Pfizer auf mehr als 200 Millionen bringen. Das ist eine gute Nachricht. Es gibt den Mitgliedsstaaten Spielraum, um mögliche Lücken bei den Lieferungen zu stopfen."

400.000 Dosen für Österreich

Von dem Kontingent wird Österreich 400.000 Impfdosen bekommen. Das sei doppelt so viel, wie Österreich nach dem bisherigen Verteilungsschlüssel zugestanden wäre, berichtet der "Kurier".

Ungleichverteilung

Damit soll die von unter anderem Österreich kritisierte Ungleichverteilung der Impfstoffe "korrigiert" werden. Die Staaten hatten beklagt, dass die verfügbaren Corona-Impfstoffe nicht nach Bevölkerungszahl verteilt worden seien. Laut der EU-Kommission liegt das daran, dass im vorigen Jahr nicht alle EU-Staaten die volle Menge der ihnen angebotenen Impfstoffe gekauft hätten. Wer zum Beispiel vor allem auf Astrazeneca setzte, ist nun von Lieferproblemen des britisch-schwedischen Herstellers besonders betroffen. Die zusätzlichen 10 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer könnten helfen, den Konflikt zu entschärfen.

Das betrifft Österreich, das über 1 Million Impfdosen nicht orderte. Schuld daran soll Clemens Martin Auer sein, ehemaliger Vize-EU-Impf-Koordinator, sein. Dieser wurde von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) abgezogen.

Österreich verzichtete auf 1,5 Millionen weitere Impfdosen

EU-Lösung

Das Steering Board habe Fehler gemacht, heißt es dazu von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwochvormittag. Im Ministerrat sei das kein Thema gewesen, Anschober und Kurz haben das auch nicht gewusst. Nun wolle man den Fehler korrigieren.

Kurz zeigt sich optimistisch, dass eine EU-Lösung gelingt - "Ich bin froh, dass wir einer Lösung nahestehen", sagte Kurz nach einer Videokonferenz zwischen EU-Ratspräsident Charles Michel und mehreren Regierungschefs zum Korrekturmodus. Die kolportierte Lieferung von 400.000 Impfdosen von Biontech/Pfizer kommentierte Kurz: "Das würde bedeuten, dass kein Schaden für die Republik Österreich eintritt, trotz des Handelns (des zurückgezogenen Gesundheitsbeamten) Clemens Martin Auer im Steering Board".

Ministerrat

Allgemein wurde über die Impfstoff-Beschaffung im Ministerrat allerdings schon geredet. Beispielsweise findet sich im Protokoll vom 20. Jänner 2021 eine Information zu Biontech/Pfizer: "Zum aktuellen Zeitpunkt hat sich Österreich mit in etwa 19 Millionen Impfstoffdosen zwar insgesamt ausreichend viele Mengen an Impfstoffen über die Vorkaufverträge auf EU-Ebene bereits gesichert, jedoch herrscht aufgrund der tatsächlichen Verfügbarkeit derzeit noch akuter Impfstoffmangel. Um dem Risiko verspäteter oder ausbleibender Marktzulassungen vorzubeugen und gleichzeitig aber so viele Menschen so früh wie möglich impfen zu können, wird Österreich seinen vollen Anteil (…) des Impfstoffes von BioNTech/Pfizer in Anspruch nehmen. Das würde eine Menge von zusätzlichen 3,8 Mio. Dosen bedeuten. Diese Gesamtmenge dient dabei als Beschleunigungsfaktor, da ein großer Teil dieser Menge nur dann bereits in Q2 und Q3 2021 geliefert wird, wenn die maximal mögliche Gesamtmenge in Anspruch genommen wird. In Ergänzung zu diesen 200 Millionen Dosen besteht die Möglichkeit, aus einer weiteren Option zusätzliche 100 Mio. Dosen abzurufen, folglich weitere 1,9 Millionen Dosen für Österreich spätestens im Q4 2021."

Quelle: Redaktion / moe