APA - Austria Presse Agentur

OECD: Steuereinnahmen 2019 gesunken - nicht in Österreich

03. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

Die Steuereinnahmen in den OECD-Ländern sind 2019 zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt gesunken - in Österreich aber nicht. Hier ist der Anteil der Steuern und Sozialabgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vorjahr auf 42,4 Prozent angestiegen. Für das Jahr 2020 wird allgemein ein größerer Rückgang erwartet, da die Corona-Pandemie die Wirtschaftstätigkeit und die Verbrauchssteuereinnahmen nach unten treibt, so eine am Donnerstag veröffentlichte OECD-Studie.

Die gesamte Fiskalquote sank 2019 gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um 0,1 Prozentpunkte auf 33,8 Prozent des BIP, wie aus der "OECD Revenue Statistics" hervorgeht. Dies ist auf Rückgänge in 15 OECD-Ländern zurückzuführen, die im Durchschnitt größer waren als die Anstiege in den 20 übrigen Ländern, für die Daten für 2019 vorliegen. In Österreich stieg die Steuerquote dagegen von 42,2 Prozent auf 42,4 Prozent des BIP. Österreich lag damit wie bereits im Vorjahr an sechster Stelle der 37 OECD-Länder. Deutlich höher als in Österreich war die Abgabenquote in Dänemark (46,3) und Frankreich (45,4). Belgien, Schweden und Italien haben ebenfalls etwas höhere Sätze.

Zu den Schlusslichtern zählt Österreich weiter bei der Vermögenssteuer. Österreich gehört neben Estland, Tschechien, Litauen, Slowenien und der Slowakei zu jenen Ländern, in denen die Steuern auf Vermögenswerte weniger als 2 Prozent des BIP ausmachten. Im OECD-Schnitt sind es 5,6 Prozent.

"Die Coronakrise wird die Steuereinnahmen im Jahr 2020 wahrscheinlich erheblich beeinträchtigen, insbesondere bei den Verbrauchssteuern", erklärte die OECD am Donnerstag. Der Anstieg des Staatsausgaben und des Verbrauchs lebenswichtiger Güter durch die Haushalte dürften diesen Rückgang kurz- bis mittelfristig noch verstärken. "Irgendwann, wenn die Gesundheitskrise vorüber ist und die wirtschaftliche Erholung im Gange ist, werden die Regierungen überdenken müssen, ob ihre Steuersysteme den Herausforderungen des postpandemischen Umfelds gewachsen sind", erklärte Pascal Saint-Amans, Direktor des OECD-Zentrums für Steuerpolitik und -verwaltung, in einer Aussendung.

Da die Mehrwertsteuersätze auf einem Allzeithoch sind, sollten die Regierungen dem Bericht zufolge nach Möglichkeiten zur Verbreiterung der Basis suchen, um die Mehrwertsteuereinnahmen nach der Krise wiederherzustellen. Der sprunghafte Anstieg des elektronischen Handels nach dem Ausbruch der Pandemie habe die Bedeutung von Reformen unterstrichen, um sicherzustellen, dass die Mehrwertsteuer im digitalen Handel ordnungsgemäß angewendet wird, so die OECD.

Quelle: Agenturen