APA - Austria Presse Agentur

Novomatic bringt Anzeige wegen Weitergabe von Spendenliste ein

26. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Der Glücksspielkonzern Novomatic kündigt eine Strafanzeige gegen unbekannt wegen "rechtswidriger Informationsweitergabe" an. Auslöser ist eine Recherche mehrerer Medien, die den Konzern mit einer Spenden- und Sponsoringliste konfrontierten.

Novomatic geht als Reaktion auf eine Recherche von "profil", "Standard" und der ORF-"ZiB2" - deren Ergebnisse noch nicht einmal veröffentlicht wurden - weiter in die Offensive. In einer Anfrage hatten die Medien dem Glücksspielkonzern eine Sponsoring- und Spenden-Übersicht vorgehalten, die bei Ermittlungen sichergestellt worden war. Novomatic kündigte am Freitag via Aussendung eine Anzeige gegen unbekannt wegen "rechtswidriger Informationsweitergabe" an die Journalisten an.

Laut Novomatic handelt es sich um "vertrauliche Unternehmensinformationen, die wohl nur unter Verletzung rechtlicher Bestimmungen erlangt werden konnten". Die Datei sei bisher ausschließlich der Ermittlungsbehörde sowie dem Ibiza-Untersuchungsausschuss vorgelegen und unterliege dort der Verschwiegenheit. Auch der Verdacht, dass die Unterlagen über Mitglieder des Ausschusses an die Recherchekooperation gelangt sein könnten, stellt für den Glücksspielkonzern "eine rechtswidrige Weitergabe von sensiblen Unternehmensinformationen dar".

"Selbstverständlich dürfen wir die Unterlagen haben"

Im PULS 24 Interview wies "Profil"-Journalist Stefan Melichar die Vorwürfe der Novomatic, die Unterlagen, auf die sich die Rechercheanfrage bezieht, seien widerrechtlich weitergegeben worden, zurück. "Selbstverständlich dürfen wir die Unterlagen haben, die wir haben", sagte Melichar im Interview mit PULS 24 Anchor Werner Sejka.

"Profil"-Journalist Stefan Melichar spricht über die Suspendierung von Justiz-Sektionschef Pilnacek und seine Novomatic-Recherchen.

Bereits einen Tag zuvor war Novomatic in eine ungewöhnliche Offensive gegangen und veröffentlichte vor dem Erscheinen allfälliger Berichte die schriftliche Anfrage der Medienkooperation - samt Antworten darauf. Dabei weist das Unternehmen jeden Zusammenhang zwischen Sponsoring-Aktivitäten und einer direkten Einflussnahme auf Politiker zurück. Die Fragen richteten sich großteils auf konkrete Geldflüsse an einzelne Organisationen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / hos