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Norwegen kann Gas-Lieferungen nach Europa nicht ausweiten

16. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Norwegen hat nach Angaben von Ministerpräsident Jonas Gahr Støre derzeit keine Möglichkeiten, seine Gaslieferungen an Deutschland und Europa auszuweiten.

"Norwegen liefert maximal das, was wir liefern können", sagte Støre am Montag in Oslo nach einem Treffen mit Deutschlands Kanzler Olaf Scholz. Man habe die Produktion um fast zehn Prozent erhöht. Es sei zudem nicht an der norwegischen Regierung zu entscheiden, ob eine Produktion sicher ausgeweitet werden könnte.

Produktionsniveau soll aufrecht erhalten werden

"Wir können nicht politisch bestimmen, wir machen einfach noch mehr." Dies sei eine Entscheidung der Firmen. Für eine höhere Produktion müssten neue Gasvorkommen erschlossen werden. Auch Scholz betonte, dass man bereits sehr dankbar sei, dass das skandinavische Land seit dem russischen Angriff auf die Ukraine die Produktion ausgeweitet hat. Wichtig sei die Zusage, dass Norwegen an dem hohen Produktionsniveau festhalten wolle, weil man auch 2023 einen hohen Bedarf habe. Zuvor hatte es Hoffnungen gegeben, dass Norwegen wie die Niederlande vielleicht mehr Gas aus Russland ersetzen könnten.

EU: 20 Prozent des Gases aus Norwegen

Die EU importiert rund 20 Prozent seines Gases aus Norwegen. In Deutschland beträgt der Anteil norwegischen Erdgases mittlerweile etwa 30 Prozent. Das Land hat damit Russland als wichtigstes Lieferland überholt. Aus Russland kommen derzeit etwa über die Nord Stream 1 Pipeline nur noch etwa 20 Prozent der zugesagten Menge.

Norwegisches Gas für Österreich

Mitte Juli gab die OMV bekannt, dass sie sich für das kommende Gasjahr (1. Oktober 2022 bis 30. September 2023) zusätzliche europäische Transportkapazitäten im Ausmaß von 40 TWh gesichert hat. Dadurch soll auch eigens produziertes Gas aus Norwegen nach Österreich importiert werden – die OMV  ist in Norwegen an fünf Gas-Förderfeldern beteiligt.

"Das ist ein entscheidender Meilenstein in der Diversifizierung der Erdgasversorgung. Denn damit können wir das in Norwegen von uns selbst produzierte Gas, aber auch zugekaufte LNG-Mengen im Bedarfsfall nach Österreich bringen und unsere Kundinnen und Kunden zuverlässig versorgen", so OMV-Chef Alfred Stern.

Quelle: Agenturen / ddj