Nordkoreas Parlament ernennt Kim erneut zum Präsidenten
Sie diente dazu, der Staatsführung einen Anschein demokratischer Legitimität zu geben. Die Wahl sei ein "hochgradig durchchoreografiertes Ereignis mit einem im Voraus feststehenden Ergebnis", sagte Lee Ho Ryung vom Korea Institute for Defense Analyses. Die Führung in Pjöngjang inszeniere solche Veranstaltungen, "um ein Verfahren vorzuführen und damit politische Legitimität zu erlangen", sagte sie. "Aber niemand glaubt, dass ein anderes Ergebnis dabei herauskommen könnte."
Von KCNA veröffentlichte Fotos zeigen Kim in einem Anzug, flankiert von Spitzenfunktionären und vor zwei riesigen Statuen seines Vaters Kim Jong-il und seines Großvaters Kim Il-sung sitzend. Vor knapp einer Woche war die Oberste Volksversammlung Nordkoreas neu gewählt worden.
Nordkoreaner ab 17 Jahren hatten die Möglichkeit, die von der herrschenden Partei vorgelegten Kandidaten zu billigen oder abzulehnen. KCNA zufolge wurden die Kandidaten mit 99,93 Prozent Ja-Stimmen und 0,07 Prozent Nein-Stimmen bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 99,99 Prozent.
Zusammenfassung
- Kim Jong-un wurde vom nordkoreanischen Parlament erneut zum Präsidenten für Staatsangelegenheiten ernannt.
- Laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA erhielten die von der herrschenden Partei vorgeschlagenen Kandidaten 99,93 Prozent Ja-Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 99,99 Prozent.
- Beobachter und Expertinnen sehen die Wahl als inszeniertes Ereignis mit im Voraus feststehendem Ergebnis, das der Führung politische Legitimität verschaffen soll.
