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Nigeria: Dutzende Tote bei mutmaßlichem Boko-Haram-Anschlag

30. Jan. 2026 · Lesedauer 2 min

Bei einem mutmaßlichen Anschlag der Islamistengruppe Boko Haram sind im Nordosten Nigerias mindestens 25 Menschen getötet worden. Bei den Opfern handle es sich um Arbeiter, die auf einer Baustelle in der Stadt Sabon Gari im Bundesstaat Borno tätig waren, sagten Angehörige am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Bewaffnete hätten am Donnerstag das Feuer auf die Männer eröffnet.

Es handelt sich dem Bericht zufolge um den folgenschwersten islamistischen Angriff, seit US-Präsident Donald Trump am ersten Weihnachtsfeiertag Luftangriffe in der Region angeordnet hatte. Bei einem weiteren Angriff von Extremisten wurden demnach ebenfalls am Donnerstag im Bundesstaat Borno mindestens neun Soldaten und zwei Mitglieder einer zivilen Einsatzgruppe getötet. 16 weitere Menschen seien verletzt worden, als Kämpfer vor Sonnenaufgang einen Armeestützpunkt überfielen. Der Senator der Region, Aliyu Ndume, äußerte sich bestürzt über die Tötung seiner Wähler.

Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas und ein bedeutender Ölproduzent. Es ist jedoch tief gespalten zwischen dem überwiegend muslimischen Norden und dem christlich geprägten Süden. Der Bundesstaat Borno im Nordosten gilt als Zentrum des seit 17 Jahren andauernden islamistischen Aufstands in Nigeria. Die sunnitische Gruppierung Boko Haram kämpft seit 2009 gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates im mehrheitlich muslimischen Nordosten des Landes.

Der Name der Gruppe bedeutet übersetzt "Westliche Bildung ist Sünde". Von ihr hat sich 2015 die Gruppe Islamischer Staat in der Westafrikanischen Provinz (ISWAP) abgespalten, die dem "Islamischen Staat" (IS) die Treue geschworen hat. Beide Gruppen haben ihre Angriffe auf Militärkonvois und Zivilisten zuletzt verstärkt. Nigeria steht unter zusätzlichem Druck seit US-Präsident Trump dem Land im vergangenen Jahr vorwarf, Christen nicht ausreichend zu schützen.

Zusammenfassung
  • Bei einem mutmaßlichen Anschlag der Islamistengruppe Boko Haram auf eine Baustelle in Sabon Gari im Bundesstaat Borno wurden mindestens 25 Arbeiter getötet.
  • Am selben Tag starben im Bundesstaat Borno mindestens neun Soldaten und zwei Mitglieder einer zivilen Einsatzgruppe bei einem weiteren Angriff, 16 weitere Personen wurden verletzt.
  • Der Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias ist seit 17 Jahren das Zentrum eines gewaltsamen islamistischen Aufstands, bei dem Gruppen wie Boko Haram und ISWAP zunehmend Angriffe auf Militär und Zivilisten verüben.