Niederösterreichischer SP-Chef verlässt Bundesgremien
Dazu kommt der steirische Landeschef Max Lercher, der ebenfalls auf einen Platz in Präsidium und Vorstand verzichtet hat. All diese Bundesländer-Organisationen haben andere Vertreter in die Gremien entsandt. Das Gleiche hat auch Hergovich vor. Statt ihm soll die Dritte Landtagspräsidentin Elvira Schmidt für den bisher von Hergovich eingenommenen Platz im Präsidium kandidieren.
Die Entscheidung fiel bei einer Sitzung der Landespartei nach der Schlappe bei der St. Pölten-Wahl. Hergovichs Personalvorschlag wurde dabei einstimmig angenommen. Bei der Sitzung anwesend war auch Bundesparteichef Andreas Babler.
Der Parteitag in Wien ist für den 7. März angesetzt. Welcher Leitantrag dort zur Abstimmung kommt und wer für Präsidium und Vorstand kandidiert, dürfte spätestens am 13. Februar bei einer Vorstandssitzung feststehen. Dieses Gremium hat schon Amtsinhaber Babler als einzigen Kandidaten für den Bundesparteivorsitz nominiert.
Weiter Spekulationen um Kern
Allerdings wäre es möglich, dass der Vorstand einen weiteren Anwärter aufstellt. Der Verzicht Hergovichs auf die Kandidatur für die Gremien lässt eher erahnen, dass die Babler-Skeptiker es schwer haben, eine Mehrheit bzw. einen geeigneten Bewerber zu finden. Als einziger Kandidat genannt wird der frühere Parteichef Christian Kern, gegen den es aber nach seinem überstürzten Abgang von der Parteispitze vor allem in der delegiertenstarken Wiener Partei und seitens der Gewerkschaft Vorbehalte gibt.
Als Kern-Unterstützer gelten dagegen die Landesparteien entlang der Südbahn, also Niederösterreich, die Steiermark und Kärnten. Auch im Burgenland ist der Altkanzler wohlgelitten. Dazu kommt, dass nach der St. Pölten-Wahl selbst aus dem Westen, der sich innerparteilich meist eher ruhig verhält, kritische Stimmen gegenüber der Bundespartei zu hören waren, konkret aus Salzburg und Vorarlberg. Sollte sich Kern tatsächlich für eine Kandidatur entscheiden, würde es wohl zu einer Kampfabstimmung am Parteitag kommen, deren Ausgang schwierig vorauszusehen wäre.
Zusammenfassung
- Sven Hergovich, Landesvorsitzender der SPÖ Niederösterreich, wird beim Parteitag am 7. März nicht mehr für die Bundesgremien kandidieren und schlägt stattdessen Elvira Schmidt als Nachfolgerin vor.
- Auch andere prominente SPÖ-Vertreter wie Michael Ludwig, Hans Peter Doskozil und Max Lercher verzichten auf eine Kandidatur für Präsidium und Vorstand, während die Landesorganisationen jeweils andere Vertreter entsenden.
