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NGO: 18-jährigem Iraner droht Hinrichtung

13. Feb. 2026 · Lesedauer 2 min

Einem 18-jährigen Iraner droht nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights (IHR) wegen der mutmaßlichen Tötung eines Polizisten während der jüngsten Protestwelle die Hinrichtung. Saleh Mohammadi sei am 3. Februar von einem Gericht in Ghom im Zentrum des Iran zum Tode verurteilt worden, erklärte die in Norwegen ansässige Gruppe am Donnerstag. Die iranische Justiz erklärte ihrerseits, es sei noch kein endgültiges Urteil gefällt worden.

Das Gericht habe Mohammadi, der in der Vergangenheit an internationalen Ringerwettbewerben teilgenommen hat, für die Tötung eines Polizisten am 8. Januar verurteilt, erklärte IHR. Seine Hinrichtung soll demnach öffentlich am mutmaßlichen Tatort in Ghom stattfinden. Der junge Mann hat IHR zufolge 20 Tage Zeit, um gegen seine Verurteilung Berufung einzulegen. In der Vergangenheit seien jedoch Menschen vor Ablauf dieser Frist hingerichtet worden.

Mohammadi sei während der Ermittlungen zu Geständnissen "gezwungen" worden, erklärte die Menschenrechtsgruppe. Später habe er seine Aussagen "vor Gericht widerrufen", sei jedoch dennoch verurteilt worden.

Hunderten Menschen im Iran, denen Vergehen im Zusammenhang mit den jüngsten Protesten vorgeworfen werden, droht IHR zufolge die Hinrichtung. Es handelt sich demnach jedoch um die bisher erste Verhängung der Todesstrafe, deren Bestätigung die NGO erhalten hat.

Die iranische Justizplattform Misan bestätigte Mohammadis Festnahme, erklärte jedoch, dass "kein endgültiges und vollstreckbares Urteil gegen ihn ergangen" sei.

Die Proteste im Iran hatten am 28. Dezember begonnen. Sie entzündeten sich an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der Islamischen Republik aus. Ihren Höhepunkt erreichten die Proteste am 8. und 9. Jänner.

Die iranische Führung spricht von mehr als 3.000 Toten bei den Demonstrationen - ihren Angaben zufolge hauptsächlich Sicherheitskräfte und von "Terroristen" getötete Passanten. Einige Menschenrechtsgruppen gehen von einer weitaus höheren Zahl an Todesopfern aus. Die in den USA ansässige Menschenrechtsorganisation Hrana bestätigte bislang mehr als 7000 Todesfälle, zumeist unter den Demonstranten.

Zusammenfassung
  • Ein 18-jähriger Iraner, Saleh Mohammadi, wurde am 3. Februar in Ghom wegen der mutmaßlichen Tötung eines Polizisten während der jüngsten Proteste zum Tode verurteilt.
  • Die NGO Iran Human Rights berichtet, dass Mohammadi während der Ermittlungen zu Geständnissen gezwungen wurde, diese vor Gericht widerrief und ihm nun eine öffentliche Hinrichtung am Tatort droht.
  • Nach Angaben der iranischen Führung gab es bei den Protesten über 3.000 Tote, Menschenrechtsorganisationen wie Hrana sprechen jedoch von mehr als 7.000 Todesopfern.