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Newsroom LIVE am Donnerstag zur Arbeitslosengeld-Reform

02. Sept 2021 · Lesedauer 3 min

Im Newsroom LIVE am Donnerstag sprechen Barbara Blaha, Leiterin des Momentum Instituts, und Monika Köppl-Turyna, Direktorin von Eco-Austria, mit PULS 24 Anchor Thomas Mohr über die Lage der Arbeitslosen in Österreich und die Pläne der Politik für sie.

Die Arbeitslosenzahlen sind aktuell weiterhin rückläufig, im August waren knapp unter 350.00 Personen auf Jobsuche, das sind um rund 75.600 Personen - oder rund 18 Prozent - weniger als im Vorjahresmonat.

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) will bis Dezember eine "Arbeitslosenversicherung Neu" diskutieren. Die Ausarbeitung der Gesetzesänderungen soll nächstes Jahr im ersten Quartal erfolgen, ein Inkrafttreten der Arbeitsmarktreform ist für 2022 oder  2023 geplant. Kocher will in den nächsten Monaten einen "Reformdialog" unter anderem zur Höhe der Arbeitslosenversicherung, Zuverdienstmöglichkeiten und Zumutbarkeitsbestimmungen führen. 

Kritik daran kam von ÖGB-Chef Wolfgang Katzian, der die Regierung vor dem Aufbau eines Billiglohnsektors durch die Hintertür warnt. Er wehrt sich dagegen, dass zu den Zumutbarkeitsbestimmungen für Arbeitslose "Legenden verzapft werden". Einem Ende des Zuverdienstes erteilte er heute im "Ö1-Morgenjournal" eine klare Absage.

Laut einer SORA-Studie im Auftrag des Momentum Instituts verloren acht von zehn Arbeitslosen ihren Job unfreiwillig durch arbeitgeber-seitige Faktoren oder Krankheit. Nur 12 Prozent beendeten ihre letzte Beschäftigung auf eigenen Wunsch. Das Risiko arbeitslos zu werden, ist nicht für alle gleich. "Der Großteil der Menschen, die arbeitslos sind, waren vorher in Berufen, die schlecht bezahlt und wenig angesehen sind. Wer bereits aus einer so schlechten Position in die Arbeitslosigkeit geschickt wird, rutscht in eine existenziell schwierige Lage", erläutert Barbara Blaha, Leiterin des Momentum Instituts.

Das Leben in der Arbeitslosigkeit ist alles andere als ein gemütliches Dasein in der sozialen Hängematte. Die Studie kommt auch zu den Schluss, dass, obwohl der Großteil der Betroffenen auch nach vielen Monaten ohne Job noch aktiv nach Arbeit sucht, rund die Hälfte von Armut gefährdet ist. Psychosomatische Erkrankungen sind häufig und die gesellschaftliche Stigmatisierung stark. 

Für Barbara Blaha sollten Vollzeiteinkommen zumindest bei 1.800 Euro liegen, damit im das Arbeitslosengeld zum Leben reicht. Die Nettoersatzrate sollte von den derzeit ausgezahlten 55 auf 70 Prozent steigen. Die Institutsleiterin fordert mehr Unterstützung bei der Jobsuche und deshalb auch mehr Geld für das AMS.

Thomas Mohr spricht im Newsroom LIVE mit der Leiterin des Momentum Instituts Barbara Blaha und Monika Köppl-Turyna, der Direktorin von Eco-Austria über die Situation von Arbeitslosen in Österreich und die politischen Pläne.

Newsroom LIVE, 21 Uhr, PULS 24

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam