APA - Austria Presse Agentur

Neuseeländische Stadt entfernt Statue von Kolonialsoldaten

12. Juni 2020 · Lesedauer 2 min

Die neuseeländische Stadt Hamilton hat vor dem Hintergrund der weltweiten Anti-Rassismus-Proteste die Statue ihres Namensgebers aus der Kolonialzeit entfernt. Ein Kran hob die Bronzeskulptur des britischen Militärkommandanten John Fane Charles Hamilton am Freitag vom Stadtplatz, nachdem Maori-Vertreter darum gebeten hatten.

Die neuseeländische Stadt Hamilton hat vor dem Hintergrund der weltweiten Anti-Rassismus-Proteste die Statue ihres Namensgebers aus der Kolonialzeit entfernt. Ein Kran hob die Bronzeskulptur des britischen Militärkommandanten John Fane Charles Hamilton am Freitag vom Stadtplatz, nachdem Maori-Vertreter darum gebeten hatten.

Der Stadtrat von Hamilton hatte die Statue als ein "Symbol für kulturelle Zwietracht und Unterdrückung" bezeichnet. Eine kleine Gruppe von jubelnden Zuschauern schaute bei der Entfernung des Denkmals zu. Teilnehmer der Anti-Rassismus-Proteste hatten zuvor damit gedroht, die Statue am Wochenende zu stürzen.

"Wir können nicht ignorieren, was überall auf der Welt geschieht, und das sollten wir auch nicht", sagte Bürgermeisterin Paula Southgate. In einer Zeit, in der versucht werde, Toleranz und Verständnis aufzubauen, helfe die Statue nicht, "diese Kluft zu überbrücken".

Hamilton war ein Marinekommandant, der gegen die einheimischen Maori kämpfte, die im 19. Jahrhundert ihr Land gegen die britische Kolonialexpansion verteidigten. Er starb 1864 in der Schlacht von Pukehinahina, als eine Gruppe von Maori die britischen Truppen zurückdrängten. Die Statue wurde 2013 aufgestellt und nun auf Antrag des örtlichen Maori-Stammes entfernt. Dieser steht nach eigenen Angaben auch mit dem Stadtrat in Diskussion um die Rückkehr der Stadt zu ihrem ursprünglichen Maori-Namen Kirikiriroa.

Hamilton reiht sich damit in eine wachsende Liste von Städten ein, die sich mit ihrer kolonialen Vergangenheit und deren Symbolen auseinandersetzen. Weltweit sind Diskussionen um umstrittene Statuen und Straßennamen in vollem Gange

Quelle: Agenturen