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Neues Ukrainisches Bildungszentrum in Wien

01. Apr. 2022 · Lesedauer 2 min

Im neuen Ukrainischen Bildungszentrum Wien sollen ab Montag Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren die Möglichkeit bekommen, sich auf die Matura in ihrem Heimatland vorzubereiten. Schwerpunkt ist Unterricht in den Hauptfächern Ukrainisch, Mathe und Englisch. Daneben sollen aber auch Deutschkenntnisse vermittelt und den Jugendlichen soziale Kontakte ermöglicht werden. Vorerst sollen 60 Schüler betreut werden, Platz ist für 120 Personen.

Das Bildungszentrum in der Tegetthoffstraße in der Inneren Stadt wird von der Raiffeisen Centrobank zur Verfügung gestellt und von der stadteigenen GmbH Interface betrieben. "Mit der Flucht darf die Bildungslaufbahn nicht beendet werden", betonte der Wiener Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) am Freitag vor Journalisten. Das gelte auch für nicht mehr schulpflichtige Jugendliche.

Geleitet wird das Bildungszentrum von der aus der Ukraine stammenden Raiffeisen-Managerin Iryna Khamayko. Nach einigen Tagen Schockstarre nach Ausbruch des Kriegs habe man überlegt, was man tun könne - dann sei es schnell gegangen. "Wir haben in der Früh die Idee dazu gehabt, am Abend hatten wir das Gebäude."

Wann und in welcher Form die ukrainische Matura stattfindet, ist übrigens noch unklar. "Das ist noch in Diskussion", so Khamayko. Vermutlich werde dies im Juni oder Juli sein, man sei dabei aber auf die ukrainische Bildungsdirektion angewiesen. "Wir schauen, dass die Kinder sie hier am Computer machen können und kooperieren dabei mit ukrainischen Bildungszentren."

Neben der Vorbereitung auf die Matura sollen die Kinder mit DaZ(Deutsch als Zweitsprache)-Trainern die Sprache ihres Gastlandes lernen. Dazu gibt es auch kostenlose Verpflegung und psychologische Beratung. Nach dem Abschluss der Matura soll das Zentrum außerdem vorerst bis Ende August für Betreuungsangebote zur Verfügung stehen.

Derzeit sind 12.000 ukrainische Flüchtlinge in Wien registriert, 40 Prozent davon sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. An Wiener Schulen sind bisher rund 1.100 von ihnen untergebracht - außerdem werden laufend ukrainische Lehrkräfte angestellt. Diese brauchen allerdings zunächst eine Arbeitserlaubnis.

Quelle: Agenturen