APA - Austria Presse Agentur

Neues Studienjahr bringt Hybridbetrieb, neue Studien und CEU

24. Sept 2020 · Lesedauer 3 min

Das am 1. Oktober beginnende Studienjahr 2020/21 bringt für Studenten eine Art Hybridbetrieb an den Hochschulen. Dabei gibt es coronabedingt eine Mischung aus digitalen Inhalten und Angeboten vor Ort - das betrifft sowohl Lehre als auch Prüfungen. Außerdem gibt es viele neue Studien, darunter erstmals ein klassisches Jus-Studium in der Bologna-Architektur an einer öffentlichen Uni. Außerdem startet die Central European University (CEU) ihr österreichisches Studienangebot.

Welche Lehrveranstaltungen bzw. Prüfungen online und welche im Präsenzbetrieb stattfinden, ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich. Generell gilt: Priorität für Angebote vor Ort haben meist Lehrveranstaltungen für Erstsemestrige sowie jene Formate, die nur schwer digital abgehalten werden können - also etwa Laborübungen. Zum Teil gibt es auch echt hybride Lehrveranstaltungen, in denen ein Teil der Studenten in den Hörsaal darf und der Rest via Streaming mit dabei sein muss.

Aber auch vor Ort läuft der Studienbetrieb anders als sonst ab. Einerseits werden die Hörsäle nicht voll besetzt werden, in den Gebäuden muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden - zum Teil auch in den Hörsälen, die konkrete Regelung ist je nach Uni unterschiedlich. In Lesesälen bzw. Bibliotheken müssen Plätze in vielen Fällen außerdem im Vorhinein online reserviert werden.

Trotz der Einschränkungen im Studienbetrieb starten auch heuer zahlreiche neue Studienangebote. Unter anderem wird an der Uni Linz erstmals an einer öffentlichen Universität ein klassisches rechtswissenschaftliches Studium in der Bachelor/Master/PhD-Struktur angeboten - bisher gab es nur Angebote aus dem Bereich Wirtschaft und Recht in der Bologna-Architektur. Daneben läuft in Linz aber auch parallel das bisherige Jus-Diplomstudium weiter.

Ansonsten beschäftigen sich viele neue Studien passenderweise mit Digitalisierung. An der Uni Wien starten etwa die Master-Studien Data Science, Digital Humanities und Business Analytics. Die Montanuni Leoben beginnt mit dem Bachelorstudium Industrial Data Science, die Medizinische Universität Graz mit dem Erweiterungsstudium "Digitalisierung in der Medizin". Ebenfalls als Erweiterungsstudium und damit für die Vermittlung zusätzlicher Kompetenzen konzipiert ist "Digitale Kompetenzen" an der Uni Klagenfurt, wo außerdem das Masterstudium "Artifical Intelligence and Cyber Security" startet.

Nach einem Übergangsjahr mit rein US-akkreditierten Programmen nimmt außerdem die Central European University (CEU) ihren Studienbetrieb als österreichische Privatuniversität mit auch hier akkreditierten Programmen auf. Die vom ungarischstämmigen US-Investor George Soros in Budapest gegründete CEU war vergangenen September nach Wien übersiedelt, nachdem die ungarische Regierung ihr die Rechtsgrundlage entzogen hatte. Erstmals bietet die CEU neben Master- und PhD-Programmen mit "Culture, Politics and Society" (CPS), "Philosophy, Politics and Economics" (PPE), and "Quantitative Social Sciences" (QSS) auch Bachelorstudien an - das war eine Voraussetzung dafür, dass sie als österreichische Privatuni akkreditiert werden konnte und damit hierzulande anerkannte Abschlüsse vergeben darf.

Kleine Änderungen gibt es außerdem an den Fachhochschulen (FH). Studenten haben nach einer Gesetzesänderung nun das Recht auf einmalige Wiederholung eines Studienjahrs - bisher lag das im Ermessen der FH. Außerdem müssen alle FH künftig die Muster ihrer Ausbildungsverträge sowie Studienpläne auf ihren Webseiten veröffentlichen. Zudem ist es nun erlaubt, dass Unternehmen eine bestimmte Zahl an Studienplätzen an FH finanzieren, um ihren Mitarbeitern Plätze dort zu reservieren.

Im Frühjahr sind außerdem die Studenten wieder aufgerufen, ihre Vertretung in der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) zu bestimmen. Die ÖH-Wahlen finden voraussichtlich Ende Mai oder Anfang Juni statt.

Quelle: Agenturen