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"Neue Ordnung": Viertplatzierter der polnischen Präsidentschaftswahl will Gottesstaat

30. Juni 2020 · Lesedauer 2 min

Krzysztof Bosak gehört zu den Gewinnern der ersten Runde der polnischen Präsidentschaftswahl. Der 38-Jährige will ein neues Polen, in dem der Katholizismus eine noch deutlichere Rolle spielen soll.

6,5 Prozent aller Stimmen errang Krzysztof Bosak, Präsidentschaftskandidat der Partei Konfederacja Wolność i Niepodległość (deutsch: Konföderation Freiheit und Unabhängigkeit), bei der Wahl am 28. Juni 2020. Seine Vision eines neuen Polens gefiel somit etwa 1,3 Millionen Polinnen und Polen. Der 38-Jährige gilt zwar als streng wirtschaftsliberal, gesellschaftlich will er Polen umkrempeln. In seiner Sammlung von Thesen für die Verfassung sieht er drastische Eingriffe für die rund 38 Millionen Bürger vor. Titel des Werks ist "Nowy Porządek", auf deutsch: Neue Ordnung.

Sie beinhaltet das vollkommene Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen, die polnische Staatsbürgerschaft soll Personen anerkannt werden, welche der polnischen Nation zugehörig sind, Grundlage der Rechtssprechung soll das Christentum sein, Zugang zu Waffen soll erleichtert werden. Die Verfassung soll seiner Ansicht nach so geändert werden, dass die Ehe deutlich als Bund zwischen Mann und Frau präzisiert wird. Diese Ansichten teilen 23 Prozent der Wählerinnen zwischen 18 und 29 Jahren. In dieser Altersgruppe erreichte er den zweiten Platz hinter dem liberalen Hoffnungsträger und Warschaus Bürgermeister Rafał Trzaskowski von der Bürgerplattform, der am 12. Juli Gegner von Amtsinhaber Andrzej Duda in der Stichwahl sein wird.

Für die nächsten Parlamentswahlen darf sich die Partei, die Monarchisten, Libertäre, Wirtschaftsliberale, Eurokritiker, Nationalisten, Konservative und Populisten vereint, somit Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis machen. Seine politische Karriere begann Bosak bei der Jugendorganisation Allpolnische Jugend, der vorgeworfen wird, rechtsextremes Gedankengut zu verbreiten und fördern. 2005 wurde er erstmals in den Sejm, das polnische Parlament, gewählt. 

Von 2008 bis 2011 zog er sich zeitweise aus der Politik zurück. Seit 2019 ist er wieder Abgeordneter. Einem größeren Publikum wurde er als Tänzer des polnischen Ablegers von "Dancing with the stars" bekannt. 

Radoslaw ZakQuelle: Redaktion / zak