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Neue Bundesschulsprecherin will Fach "Demokratiebildung"

19. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Die neue Bundesschulsprecherin Flora Schmudermayer (18) will langfristig die Einführung von "Demokratiebildung" sowie "Wirtschafts- und Finanzbildung" als eigene Fächer in der Oberstufe. Die aus Tulln (NÖ) stammende Schülerin der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt (HBLFA) für Gartenbau Schönbrunn ist am Sonntag zur obersten Schülervertreterin für das Schuljahr 2022/23 gewählt worden.

Wie ihre 17 direkten Vorgängerinnen und Vorgänger kommt Schmudermayer aus der VP-nahen Schülerunion, die heuer über 26 der 29 Stimmen in der Bundesschülervertretung (BSV) verfügt. Die BSV besteht aus den Landesschulsprechern für die Bereiche AHS, berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) und Berufsschulen sowie zwei Vertretern der Zentrallehranstalten (ZLA) - mit Schmudermayer wurde heuer erstmals eine ZLA-Vertreterin zur Bundesschulsprecherin gekürt.

In Österreich dürfen Jugendliche mit 16 Jahren bereits an Wahlen teilnehmen. Daher brauche man bereits in diesem Alter eine fundierte Meinung zu allgemeinpolitischen Anliegen, argumentierte Schmudermayer bei einer Pressekonferenz am Montag. Derzeit würden in diesem Alter aber vielfach nur die Ansichten der Eltern übernommen. Daher müsse in einer Übergangsphase im Fach "Geschichte und Politische Bildung" letztere verstärkt werden. Langfristig soll es in der Sekundarstufe 2 ein eigenes Fach geben, in dem etwa Medien und Informationen kritisch hinterfragt werden. Außerdem sollen in dessen Rahmen aktuelle Ereignisse besprochen werden.

Ebenfalls langfristig ein eigener Pflichtgegenstand in der Oberstufe soll "Wirtschafts- und Finanzbildung" werden. Außerdem müsse im Lehrplan des derzeitigen Fachs "Geographie und Wirtschaftskunde" der wirtschaftliche Aspekt verstärkt werden, so Schmudermayer.

Darüber hinaus fordert die neue Bundesschulsprecherin eine Überarbeitung des Englischunterrichts an Berufsschulen. "Wir leben in einer Welt, in der man sich häufig auf Englisch verständigt und nicht in der Erstsprache", meinte Schmudermayer. Gerade für ein Tourismusland sei es essenziell, dass Fachkräfte auch fachspezifische Vokabel und Ausdrücke verwenden. "Wir dürfen Lehrlingen den Zugriff auf zeitgemäßen Englischunterricht nicht verwehren."

In den Mittelschulen und AHS-Unterstufen will Schmudermayer stärker über die Möglichkeiten der Berufsbildung informieren. Es gebe in Österreich unzählige Lehrberufe und Fachrichtungen in berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, über die 13- bis 14-Jährige praktisch nichts wissen.

Quelle: Agenturen