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NEOS ziehen gegen Lohnnebenkosten ins Feld

Die NEOS ziehen - nicht zuletzt aufgrund der Wirtschaftskrise - gegen die relativ hohen Lohnnebenkosten in Österreich ins Feld. Arbeit müsse sich wieder lohnen, betonte Parteiobfrau Beate Meinl-Reisinger, flankiert von den Unternehmern Sepp Schellhorn und Karl Mayr von der Fussl Modestraße, am Montag in einer Pressekonferenz. Schellhorn schloss zudem auf Nachfrage eine Rückkehr in die Politik nicht aus, nachdem er sich vor etwas mehr als einem Jahr zurückgezogen hatte.

Das Modell der NEOS rechnet vor, dass eine Senkung der Lohnnebenkosten um 6,55 Prozentpunkte ein Entlastungsvolumen von 8,9 Mrd. Euro bewirken würde. Für die Arbeitnehmer bedeute das sechs Prozent mehr Brutto und fünf Prozent mehr Netto. Senke man die Lohnnebenkosten um neun bis zehn Prozentpunkte, blieben sogar 8 Prozent mehr Brutto bzw. sieben Prozent mehr Netto bei einer Entlastung von zwölf Mrd. Euro übrig.

Meinl-Reisinger geht es vor allem darum, die Bevölkerung nicht durch Einmalzahlungen und Boni zu entlasten, sondern das Leben grundsätzlich durch das Einkommen gut finanzieren zu können. "Ich wünsche mir, dass die Löhne und Gehälter ordentlich steigen, gleichzeitig verstehe ich die Betriebe aber gut", beschrieb sie den Ansatz der NEOS. Man müsse mehr Spielraum schaffen, damit die derzeit laufenden Lohnverhandlungen zu einem guten Abschluss kommen.

"Wir wollen, dass die Mitarbeiter mehr verdienen, aber von mir aus gleich viel Kosten", betonte auch Schellhorn. Gleichzeitig zeigte er sich empört über angebliche Steuernachlässe für Großunternehmer, über die der ehemalige Finanz-Generalsekretär Thomas Schmid in seiner Einvernahme durch die Justiz gesprochen hatte: "Ich finde es als Unternehmer abstoßend und erschreckend, welche Steuerprüfungs-Klassen es gibt in Österreich. Es ist eine Demütigung für jeden Unternehmer."

Eine Rückkehr in die Politik schloss Schellhorn nicht nur aus diesem Grund in Zukunft nicht aus. "Wenn Vorwahlen bei den NEOS sind, werde ich mich auf alle Fälle bewerben", sagte der ehemalige Nationalratsabgeordnete.

Unterstützung für die Anliegen der NEOS kam übrigens auch von Unternehmer Mayr. Man müsse die Kaufkraft der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erhalten und vielleicht sogar erhöhen, forderte er. Leistung müsse sich wieder lohnen, was mit einem Bürokratieabbau und einer Verschlankung des Staates möglich sei.

ribbon Zusammenfassung
  • Arbeit müsse sich wieder lohnen, betonte Parteiobfrau Beate Meinl-Reisinger, flankiert von den Unternehmern Sepp Schellhorn und Karl Mayr von der Fussl Modestraße, am Montag in einer Pressekonferenz.
  • Schellhorn schloss zudem auf Nachfrage eine Rückkehr in die Politik nicht aus, nachdem er sich vor etwas mehr als einem Jahr zurückgezogen hatte.
  • Für die Arbeitnehmer bedeute das sechs Prozent mehr Brutto und fünf Prozent mehr Netto.