APA - Austria Presse Agentur

Nehammer startet Forschungsprojekt "Zielland Österreich"

07. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hat das Projekt "Zielland Österreich" gestartet. Damit soll wissenschaftlich untersucht werden, wann und warum Migranten Österreich als Zielland auswählen. Das Projekt läuft bis 31. Dezember 2022 und soll evidenzbasierte Grundlagen zur gezielten Steuerung im Migrations- und Asylbereich für Österreich liefern.

Nehammer hat das Projekt nach eigenen Angaben in Auftrag gegeben, weil es in Österreich kaum Forschungen und Untersuchungen zu Zielstaaten-Entscheidungen gibt und wie diese zustande kommen. Der Minister hält es für notwendig, "gemeinsam wirksame Strategien für die Zukunft auf Basis wissenschaftlicher Studien zu entwickeln", wie er nach einer Kick-Off-Veranstaltung in einer Aussendung erklärte.

Um die Migration in seiner Gesamtheit besser verstehen zu können, soll das Projekt "Zielland Österreich" die dahinterliegenden Faktoren und Mechanismen, insbesondere in Bezug auf Österreich, untersuchen. Dabei sollen zentrale Forschungsfragen zu den Faktoren der Sekundärmigration beantwortet werden. "Wer trifft die Migrations- bzw. Zielstaaten-Entscheidung?", "Welche Faktoren sind relevant für den Verbleib vor Ort bzw. in der Region?" oder "Welche Rolle spielen beispielsweise soziale Netzwerke, staatliche Unterstützungsleistungen, Bildung, Beschäftigung, Kommunikationskanäle oder auch Schlepper?". Die Beantwortung dieser Fragen soll Informationen liefern, die Basis für die Entwicklung von treffsicheren und zielgruppenorientierten Maßnahmen sein sollen, um nachhaltige Perspektiven vor Ort zu schaffen.

Das Projekt "Zielland Österreich" sei das erste Forschungsvorhaben dieser Form für Österreich. "Der Fokus der Untersuchung liegt auf den Herkunftsländern Afghanistan, Irak, Syrien und Nigeria, wobei der Kreis der Länder durchaus auch ausgeweitet werden kann", sagte der Generalsekretär im Innenministerium, Helmut Tomac.

Das Forschungsdesign zeichnet sich durch einen Methodenmix aus qualitativen und quantitativen Verfahren aus, wobei ein Schwerpunkt auf die Befragung der entsprechenden Zielgruppen gelegt wird. Dabei sollen alle Migrationsphasen abgebildet werden, beispielsweise jene vor der Migrationsbewegung, beim Transit bzw. entlang der Route und bei der Ankunft in Europa (Zielland).

Quelle: Agenturen