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NATO: Madrid sieht ungeregelte Migration als hybride Bedrohung

08. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Das NATO-Mitglied Spanien fordert die Aufnahme ungeregelter Migration und Lebensmittelunsicherheit als "hybride Bedrohungen" in den künftigen Strategieplan des Verteidigungsbündnisses.

"Terrorismus, Cyber-Sicherheit, der politische Missbrauch von Energie-Ressourcen und von irregulärer Migration bedrohen unsere Souveränität", erklärte Außenminister Jose Manuel Albares am Mittwoch. Sie müssten in der künftigen Roadmap der Allianz aufgeführt werden.

Bedrohungen im Süden 

Es müsse auch festgehalten werden, dass es auch an der südlichen Flanke des Bündnisses ernsthafte Bedrohungen gebe. Spanien ist Gastgeber des nächsten NATO-Gipfels am 29. und 30. Juni in Madrid, der eines der wichtigsten NATO-Treffen seit Gründung des Bündnisses 1949 werden dürfte. Bei der Zusammenkunft soll das "strategische Konzept" für das nächste Jahrzehnt entworfen werden. Zudem stehen der Krieg in der Ukraine sowie die Aufnahme neuer Mitglieder wie Finnland und Schweden auf der Tagesordnung.

Russische Einflussnahme 

Albares sagte, im Süden gerieten Länder im Maghreb und in der Sahel-Zone unter verstärkten russischen Einfluss. Von dort gingen nicht-militärische Bedrohungen aus. NATO-Insider haben zuletzt aber gesagt, dass feste Zusagen an die Länder im Süden angesichts des Kriegs im Osten unwahrscheinlich sind. Zudem sei das Thema Migration zu umstritten, um eine Einigung zu erzielen, selbst wenn Spanien von anderen südeuropäischen Ländern wie Portugal oder Italien unterstützt werde.

Quelle: Agenturen / Redaktion