Mutter und Tochter durch russische Bomben getötet
Vor der seit fast vier Jahren andauernden russischen Invasion hatte Slowjansk 105.000 Einwohner. Es ist eine der Städte im Industrierevier Donbass, deren Räumung Russland verlangt, die die Ukraine aber unbedingt verteidigen will.
Die Ukraine griff ihrerseits Ziele im russisch besetzten Teil des Gebietes Saporischschja an. Der Generalstab in Kiew berichtete von Treffern in einem Ort, in dem Kleindrohnen gebaut und Drohnenpiloten ausgebildet werden. Auch ein Befehlsstand für den Drohneneinsatz sei getroffen worden. Für solche Militärangaben gibt es meist keine unabhängige Bestätigung.
Allerdings berichtete die russische Besatzungsverwaltung für Saporischschja ebenfalls von zahlreichen ukrainischen Drohnenangriffen. Der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef Jewgeni Balizki schrieb auf Telegram von Stromausfällen in mehreren Regionen. In dem Dorf Skelky sei eine Trauergesellschaft getroffen worden. Es gebe einen Toten und sechs Verletzte.
Leitung am AKW Saporischschja wieder kaputt
Nach russischen Angaben wurde auch eine erst Mitte Jänner reparierte Hochspannungsleitung zerstört, die das Kernkraftwerk Saporischschja mit Strom versorgt. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sei informiert worden, teilte die russische Werksleitung der staatlichen Moskauer Nachrichtenagentur Tass zufolge mit. Der Strom zum Kühlen der sechs abgeschalteten Reaktoren komme nun allein über eine zweite Leitung. Die IAEA hatte im Jänner wie mehrfach zuvor Kampfpausen zur Reparatur von Leitungen ausgehandelt.
Zusammenfassung
- Bei einem russischen Bombenangriff auf Slowjansk wurden eine Frau und ihre elfjährige Tochter getötet sowie 14 weitere Menschen verletzt.
- In Odessa wurde eine Energieanlage durch einen russischen Angriff schwer beschädigt, was in mehreren Ortschaften zu Stromausfällen führte.
- Im Gebiet Saporischschja kam es zu gegenseitigen Drohnenangriffen, wobei eine Trauergesellschaft getroffen wurde und eine wichtige Stromleitung am AKW erneut zerstört wurde.
