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Mutter-Kind-Pass: Tirol pocht auf rasche Lösung

11. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Die neue Tiroler Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) drängt den Bund nach der Drohung der Ärztekammer mit einem Ausstieg zu einer raschen Lösung in Sachen Mutter-Kind-Pass.

Das Angebot an Untersuchungen in dessen Rahmen sah sie als "unverzichtbar" und "wichtigen Baustein für die Gesundheitsförderung und -vorsorge von Schwangeren und Kindern".

"Familien nicht in Unsicherheit lassen"

Gemeinsam mit Tirols Ärztekammerpräsident Stefan Kastner ersuche sie deshalb das Familien- und Gesundheitsministerium, "dass so bald wie möglich eine Regelung gefunden wird, damit die Familien nicht in Unsicherheit gelassen werden", schrieb die Landesrätin in einer Aussendung am Freitag.

Ein Ende des Mutter-Kind-Passes würde vor allem für armutsbetroffene Kinder ein erhöhtes Risiko bedeuten, da zahlreiche Untersuchungen nicht mehr leistbar wären, argumentierte Hagele. Gerade in Anbetracht der allgemeinen Teuerungswelle sei es "folgenschwer", wenn bis dato kostenfreie Untersuchungen bezahlt werden müssten.

Adäquate Entlohnung "selbstverständlich"

Dass die Leistungen "adäquat entlohnt" werden, sollte allerdings "ebenfalls selbstverständlich sein", zeigte die Landesrätin Verständnis dafür, dass die Ärztekammer vom Bund eine Erhöhung der seit 1994 nicht mehr angehobenen Honorare fordert.

Die Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer hatte am Mittwoch einen Beschluss gefasst, wonach die Kündigung des Mutter-Kind-Passes als Kassenleistung mit Jahresende ausgesprochen werde, wenn es bis dahin keine Einigung geben sollte. Damit würde ein vertragsloser Zustand eintreten und die Mediziner würden die im Pass angeführten Untersuchungen nicht mehr als Kassenleistung anbieten. Die Leistungen müssten dann ab März privat bezahlt werden und könnten nur teilweise von der Krankenversicherung rückvergütet werden.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp