APA/SPIEGEL/SÜDDEUTSCHE ZEITUNG/HARALD SCHNEIDER

Mutmaßlicher Drahtzieher des Ibiza-Videos soll aussagen

23. Okt 2020 · Lesedauer 2 min

Julian H., der vermeintliche Drahtzieher des "Ibiza-Videos", soll am Freitag am Landesgericht Krems als Zeuge aussagen.

Einem ehemaligen Sicherheitsberater werden Verleumdung und weitere Delikte vorgeworfen. Er soll mit Julian H., dem vermeintlichen Drahtzieher und Begleiter der "Oligarchen-Nichte",  zusammengearbeitet haben. Der 48-Jährige bekennt sich teilweise schuldig. Julian H. soll via Videokonferenz zugeschaltet werden.

Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein vermeintlicher Industriespionagefall im Umfeld des Bahnbaumaschinen-Herstellers Plasser & Theurer (PT). Der nun angeklagte Ex-Sicherheitsberater hatte 2016 Selbstanzeige erstattet und darin den Vorwurf erhoben, dass ein österreichisches Konkurrenzunternehmen von ihm und seinem Team ausspioniert worden sei. Die Staatsanwaltschaft Krems nahm daraufhin Ermittlungen gegen 13 Beschuldigte auf - darunter auch zwei Chefs des Traditionsunternehmens.

Per Haftbefehl gesucht

Die Ermittlungen gegen die PT-Chefs und weitere Personen wurden eingestellt, ein Fall wurde diversionell erledigt. Die Staatsanwaltschaft klagte den Niederösterreicher daraufhin wegen Verleumdung und Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung an. Zu beiden Vorwürfen bekannte sich der 48-Jährige beim Auftakt des Prozesses im Oktober - ebenso wie zu einem angelasteten Betrug - nicht schuldig. Bezüglich der ebenfalls angeklagten grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen bekannte er sich schuldig.

Am Freitag sollen nun Zeugen sowie ein Sachverständiger gehört werden. Darunter befindet sich laut dem Ladungsbeschluss, über den am Donnerstag auch die "Presse" berichtete, auch Julian H. Interessant ist die Ladung auch deshalb, weil der Detektiv im Zusammenhang mit der Erstellung des Ibiza-Videos per internationalem Haftbefehl gesucht wird. Für die Frage, ob und wann die Einvernahme tatsächlich stattfindet, war am Landesgericht Krems auf APA-Anfrage niemand zu erreichen.

Quelle: Agenturen