Moskau zieht "bis zu 100.000" Soldaten bei Pokrowsk zusammen
Die Lage in der Region Pokrowsk sei "derzeit am besorgniserregendsten", sagte der ukrainische Präsident. Zugleich betonte Selenskyj, die ukrainischen Streitkräfte würden die russischen Truppen aus der nordöstlichen Grenzregion Sumy verdrängen.
Die Stadt Pokrowsk, in der vor Kriegsbeginn rund 60.000 Menschen wohnten, ist ein wichtiger logistischer Knotenpunkt für die ukrainischen Streitkräfte. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 zählt die Region rund um die Stadt zu den am heftigsten umkämpften Gebieten in der Ukraine.
In den vergangenen Monaten waren russische Truppen von drei Seiten auf die Stadt Pokrowsk vorgerückt. Am Freitag befand sich die Armee laut ukrainischen Angaben weniger als fünf Kilometer von der Stadtgrenze entfernt. Vor wenigen Tagen hatte Selenskyj bereits gewarnt, dass Moskau seine Truppen im von Russland besetzten Teil der südlichen Region Saporischschja für eine mögliche Offensive zusammenziehe.
Den russischen Streitkräften war es in den vergangenen Monaten gelungen, weitere Gebiete in der Ukraine einzunehmen. Im Juli beschleunigte die russische Armee ihren Vormarsch in der Ukraine zum vierten Mal in Folge. Laut einer AFP-Auswertung von Daten des in den USA ansässigen Instituts für Kriegsstudien (ISW) hatten die russischen Streitkräfte lediglich im November 2024 größere Gebietsgewinne erreicht als nun im Juli.
Zusammenfassung
- Russland hat laut Präsident Selenskyj bis zu 100.000 Soldaten nahe der strategisch wichtigen Stadt Pokrowsk im Osten der Ukraine zusammengezogen.
- Pokrowsk ist ein logistischer Knotenpunkt mit rund 60.000 Einwohnern vor Kriegsbeginn und wird aktuell von russischen Truppen von drei Seiten bedroht, die weniger als fünf Kilometer entfernt stehen.
- Im Juli erzielte die russische Armee laut ISW die größten Gebietsgewinne seit November 2024, während Selenskyj weiterhin vor einer möglichen Offensive warnt.