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Moskau und Kiew werfen sich gegenseitig Angriffe in Cherson vor

18. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Nach der Veröffentlichung eines Videos von Kämpfen in der von Russland besetzten südukrainischen Stadt Cherson beschuldigen sich Russland und die Ukraine gegenseitig, für die Angriffe verantwortlich zu sein.

Das russische Staatsmedium Vesti-Crimea veröffentlichte am Samstagabend ein Video, das einen Schusswechsel rund um zwei gepanzerte Fahrzeuge in der Nähe des Bahnhofs von Cherson zeigt.

"Im Zentrum von Cherson kam es zu einem Zusammenstoß zwischen (...) russischen Streitkräften (...) und einer nicht identifizierten Gruppe von Menschen", teilte die von Russland eingesetzte Verwaltung in Cherson später am Abend im Messengerdienst Telegram mit. Nach einem kurzen Gefecht seien die Angreifer "vernichtet" worden.

"Provokationen der (russischen) Besatzer"

An Sonntagmorgen erklärte eine Sprecherin der ukrainischen Armee, bei den Schüssen und Explosionen in Cherson habe es sich um "Provokationen der (russischen) Besatzer" gehandelt. Sie habe bereits davor gewarnt, dass "zwischen dem 17. und 20. September im Süden" der Ukraine russische Provokationen geplant seien, um "das Image der ukrainischen Streitkräfte zu beschädigen".

Der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak machte "wachsende Spannungen" zwischen verschiedenen pro-russischen Gruppen für die Zusammenstöße verantwortlich. Die Besatzer würden sich angesichts des Vormarsches der ukrainischen Armee auf die Flucht vorbereiten, sagte er.

Gezielte Angriffe in Cherson

Ein pro-russischer Beamter in Cherson erklärte am Sonntagmorgen, die Stadt sei wieder "ruhig". Kiew "versucht anzugreifen, aber ohne Erfolg", fügte er hinzu.

In den vergangenen Wochen hatte es eine Serie von gezielten Angriffen auf pro-russische Beamte in Cherson und anderen besetzten Gebieten gegeben.

Gebietsgewinne für die ukrainische Armee

Der Ukraine ist es im Rahmen einer Gegenoffensive in den vergangenen Tagen gelungen, besetzte Gebiete vor allem im Nordosten, aber teils auch im Süden des Landes zurückzuerobern. Ukrainische Behörden sprachen von 6000 "befreiten" Quadratkilometern. Insbesondere in der Region Charkiw im Nordosten waren russische Truppen zum Rückzug gezwungen worden.

Angeblich mehr als zehn Folterkammern entdeckt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Russland nach der Niederlage seiner Truppen im nun befreiten Gebiet Charkiw grausame Folter vorgeworfen. Es seien inzwischen mehr als zehn Folterkammern in verschiedenen Städten des befreiten Gebiets entdeckt worden, sagte Selenskyj in einer am Samstag in Kiew vom Präsidentenamt verbreiteten Videobotschaft. "Folter war eine weit verbreitete Praxis in dem besetzten Gebiet", sagte der Präsident.

Astrid PozarekQuelle: Agenturen / Redaktion / poz