APA/APA/Russian Defence Ministry/HANDOUT

Moskau plant wegen NATO-Erweiterung neue Militär-Einheiten

20. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Die geplanten Beitritte Finnlands und Schwedens zur NATO erhöhen Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu zufolge die militärische Bedrohung an den Grenzen seines Landes. Russland werde angemessen darauf reagieren, zitiert die Nachrichtenagentur RIA Schoigu. Im Westen des Landes sollen demnach zwölf neue militärische Einheiten gebildet werden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will unterdessen mit Finnlands Regierung über deren NATO-Beitrittsplan sprechen.

Die russische Regierung hatte zuletzt relativ gelassen auf die Beitrittspläne reagiert. Ein NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands mache vermutlich keinen großen Unterschied, weil beide Länder schon lange an NATO-Manövern beteiligt gewesen seien, sagte Außenminister Sergej Lawrow.

Der türkische Präsident Erdogan will unterdessen mit der finnischen Regierung über deren Plan sprechen, der NATO beizutreten. Man habe bereits Gespräche mit der niederländischen Regierung geführt, am Samstag wolle man mit Helsinki und London telefonieren, sagte Erdogan am Freitag. Das tue er aber nur, um die Telefon-Diplomatie aufrecht zu erhalten.

Die Türkei blockiert derzeit die NATO-Bewerbungen Finnlands und Schwedens. Die Regierung in Ankara macht Sicherheitsbedenken wegen der angeblichen Unterstützung beider Länder für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Kurdenmiliz YPG in Syrien geltend. "Wir können nicht Ja dazu sagen, so eine Terrororganisation in die Nato aufzunehmen", sagte Erdogan erneut.

Einmal mehr warf er Finnland, Schweden, aber auch Deutschland und anderen europäischen Ländern vor, nicht entschieden genug gegen "Terrororganisationen" vorzugehen. Die Türkei sieht die YPG als syrischen Ableger der PKK, die in der Türkei, Europa und den USA als Terrororganisation gilt. Die YPG ist Verbündete der USA in Syrien. Die Türkei drängt immer wieder auf deren Anerkennung als Terrororganisation.

Quelle: Agenturen