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Mindestens zwölf Tote bei Vergeltungsschlägen in Syrien

27. Okt 2020 · Lesedauer 1 min

Als Reaktion auf einen russischen Luftangriff haben Rebellen im Nordwesten Syriens nach Angaben von Aktivisten bei Bombardements mindestens zwölf Regierungskämpfer getötet. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte schätzte am Dienstag, dass die mit der Türkei verbündeten Milizen rund 900 Raketen und Granaten auf Stellungen der Armee und ihrer Verbündeten abgefeuert hätten.

Bei den russischen Luftangriffen in der Region waren am Montag mindestens 78 Rebellen ums Leben kommen, rund 100 weitere wurden verletzt. Russische Jets griffen die islamistische Miliz Failak al-Scham an, die von der Türkei unterstützt wird. Der Sprecher des Rebellenbündnisses Nationale Befreiungsfront (NLF) kündigte danach Vergeltungsschläge an.

Russland unterstützt im syrischen Bürgerkrieg den Präsidenten Bashar al-Assad, die Türkei dagegen Rebellen. Die Region um Idlib ist nach mehr als neun Jahren Bürgerkrieg die letzte große Rebellenhochburg. Seit Anfang 2019 wurden mindestens 1,4 Millionen Menschen durch die Kämpfe in dem Gebiet vertrieben.

Kremlchef Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatten sich im Frühjahr auf eine Waffenruhe für Idlib verständigt, wodurch die Gewalt zurückging. Russland und die Türkei stehen sich auch in der Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus gegenüber. Während Moskau Armenien unterstützt, wurde der Türkei vorgeworfen, syrische Rebellen nach Aserbaidschan gebracht zu haben.

Quelle: Agenturen