APA - Austria Presse Agentur

Mindestens elf Tote durch zwei Autobomben in Syrien

31. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

In einem von der Türkei kontrollierten Gebiet im Nordwesten Syriens sind durch zwei Autobomben mindestens elf Menschen getötet worden. Bei der Detonation eines der beiden Sprengsätze in Azaz in der Region Nord Aleppo seien mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen und rund 30 weitere verletzt worden. Bei der zweiten riss ein Selbstmordattentäter in Bezaa sechs weitere Menschen in den Tod.

Unter den Todesopfern des Anschlags in der Nähe eines Kulturzentrums in Azaz waren nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte auch eine Frau und ein Kind. Die zweite Explosion ereignete sich in der ebenfalls in Nord Aleppo gelegenen Region Bezaa, als ein Auto an einem Kontrollposten der Freien Syrischen Armee (FSA) gestoppt wurde. Ein Selbstmordattentäter habe sich in die Luft gesprengt, verlautete aus der von der Türkei unterstützten Rebellenorganisation. Sechs Angehörige der FSA seien getötet und vier verletzt worden.

Das türkische Militär hat die Kontrolle über das Gebiet, in dem sich die Explosion ereignete. Die Türkei unterstützt mehrere Rebellengruppen, die Widerstand gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad leisten. Die türkische Armee und ihre Verbündeten hatten in einer Offensive im Jahr 2019 gegen die Kurden-Miliz YPG Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht.

Die YPG kontrolliert Teile des Nordens und Ostens des Landes. In der Vergangenheit kam es in der Region mehrfach zu Anschlägen. Die Türkei macht die YPG dafür verantwortlich. Ankara sieht in der Miliz einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie.

Schon am Samstag war in einem Industriegebiet in der Stadt Afrin in Nordsyrien eine Autobombe explodiert, wobei sechs Menschen getötet und 25 weitere verletzt wurden. Der Rettungsorganisation Weißhelme zufolge waren unter den Toten auch drei Kinder. Bis Sonntag gab es kein Bekenntnis für die drei Anschläge.

Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien dokumentiert seit 2011 Opferzahlen in Syrien. Ihre Informationen bezieht die Gruppe aus einem breiten Netzwerk im Bürgerkriegsland selbst. Ihre Angaben lassen sich von unabhängiger Seite oft kaum überprüfen.

Quelle: Agenturen