APA - Austria Presse Agentur

Migrationskrise: Russland gibt Westen Schuld an Lage

09. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Russland hat dem Westen die Schuld an der angespannten Lage mit Tausenden Flüchtlingen an der polnisch-belarussischen Grenze gegeben.

Die westlichen Staaten, einschließlich der NATO- und EU-Mitglieder, hätten über Jahre im Nahen Osten und in Nordafrika versucht, den Menschen ihr Leben aufzuzwingen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag in Moskau. Russland hatte auch wiederholt beklagt, der Westen stifte in Staaten wie Afghanistan und Irak Chaos.

Kreml: Belarus geht "verantwortungsbewusst" mit Lage um

Tausende Migranten stehen in Belarus (Weißrussland) an der Grenze zu Polen und wollen Asyl in der EU beantragen, viele davon in Deutschland. Das Problem müsse auf Grundlage internationalen humanitären Rechts gelöst werden, sagte Lawrow. Belarussische Politiker kündigten in Minsk am Dienstag Hilfslieferungen in die Grenzregion an. Machthaber Alexander Lukaschenko steht in der Kritik, die Migranten gezielt einfliegen zu lassen und in die EU durchzuschleusen, um sich für Sanktionen des Westens zu revanchieren.

Die Situation an der belarussisch-russischen Grenze war am Dienstagnachmittag auch Gegenstand eines Telefonat von Russlands Präsident Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko. Während der Kreml in seiner Pressemitteilung dies nur kurz referierte, ging die Administrationen seines Gegenübers in Minsk ausführlich auf dieses Gesprächsthema ein. Die Präsidenten hätten insbesondere über "die harten Handlungen der polnischen Seite in Bezug auf Zivilisten" gesprochen, informierte Minsk. Besondere Besorgnis riefe die Tatsache hervor, dass Polen reguläre Militäreinheiten an der Grenze in Stellung gebracht habe.

Bereits zuvor hatte Lukaschenko behauptet, es bestehe von NATO-Seite die Gefahr einer militärischen Invasion. Die NATO wies das zurück. Der russische Präsident Wladimir Putin, der den oft als "letzten Diktator Europas" bezeichneten Lukaschenko unterstützt, hatte immer wieder zugesichert, im Fall eines Angriffs aus dem Westen militärischen Beistand zu leisten. Putin und Lukaschenko hatten erst in der vergangenen Woche eine engere Zusammenarbeit für ihren Unionsstaat beschlossen.

Quelle: Agenturen / pea