APA/APA/Indian Press Information Bureau (PIB)/-

Merz und Modi vereinbarten engere Rüstungskooperation

Heute, 08:54 · Lesedauer 2 min

Deutschland und Indien wollen ihre Kooperation im Rüstungsbereich ausbauen. Eine entsprechende Absichtserklärung der Verteidigungsministerien wurde während des Indien-Besuchs von dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz in Ahmedabad unterzeichnet. Bisher ist Indien stark von russischen Rüstungslieferungen abhängig. Das Wirtschaftsministerium unterzeichnete mit dem indischen Bergbauministerium eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei kritischen Mineralien.

Verträge über konkrete Projekte wurden zunächst nicht abgeschlossen. Indien will in Zusammenarbeit mit dem deutschen Unternehmen Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) in Mumbai sechs U-Boote im Wert von acht Milliarden Euro bauen. Die Unterzeichnung einer Vereinbarung darüber wird in Kürze erwartet und könnte ein Türöffner für weitere Kooperationen sein.

Indien gilt nach der jüngsten Statistik des Friedensforschungsinstituts SIPRI als größter Rüstungsimporteur der Welt. Zwischen 2019 und 2023 bezog das Land immer noch 36 Prozent seiner Rüstungsgüter aus Russland - auch wenn die Tendenz rückläufig ist. Deutsche Rüstungsexporte nach Indien könnten also auch die Abhängigkeit von Russland verringern.

Insgesamt wurden am Rande der Gespräche zwischen Merz und dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi 27 Absichtserklärungen und Ankündigungen unterzeichnet - von der Zusammenarbeit beim Abbau seltener Erde über die Förderung des Hockey-Nachwuchses in beiden Ländern bis zur Anwerbung von Fachkräften für das deutsche Gesundheitssystem.

Die Anwerbung von Fachkräften aus Indien ist schon von den Vorgängerregierungen vorangetrieben worden. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Inder in Deutschland ist zwischen 2015 und 2025 nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit von knapp 25.000 auf knapp 170.000 gestiegen. Und mit knapp 60.000 kommt die größte Gruppe ausländischer Studentinnen und Studenten aus Indien.

Das Forschungsministerium will mit dem indischen Counterpart ein Innovationsexzellenzzentrum für Künstliche Intelligenz (KI), Halbleiter, Supercomputer und Batterietechnologie einrichten sowie Austausch- und Studienprogramme verstärken. Zudem wurde mit der indischen Regulierungsbehörde für Erdöl und Erdgas (PNGRB) eine Vereinbarung unterzeichnet.

Der Energiekonzern Uniper unterzeichnete in Indien einen Abnahmevertrag für jährlich bis zu 500.000 Tonnen Ammoniak. Partner sei das Unternehmen AM Green, teilte Uniper am Montag mit. Die Deutsche Post will mit der indischen Post zusammenarbeiten.

Zusammenfassung
  • Deutschland und Indien haben eine Absichtserklärung zur engeren Zusammenarbeit im Rüstungsbereich unterzeichnet, wobei Indien bisher 36 Prozent seiner Rüstungsgüter aus Russland bezieht.
  • Ein Großprojekt ist der geplante Bau von sechs U-Booten in Mumbai mit Thyssenkrupp Marine Systems im Wert von acht Milliarden Euro, wobei die Unterzeichnung der Vereinbarung in Kürze erwartet wird.
  • Insgesamt wurden 27 Absichtserklärungen unterzeichnet, darunter zur Zusammenarbeit bei kritischen Mineralien, zur Anwerbung von Fachkräften und zum Aufbau eines Innovationszentrums für Künstliche Intelligenz.