Meinl-Reisinger mit philippinischer Kollegin beim Opernball
Die Einladung zum Opernball ist laut dem Außenministerium ein "besonderes Zeichen der Wertschätzung sowie der engen menschlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und den Philippinen". Seit den 1970er Jahren sei der Beitrag der philippinischen Community in Österreich insbesondere im Pflegebereich "von unschätzbarem Wert", hieß es.
Lazaro tritt mit ihrem Opernball-Besuch in die Fußstapfen der legendären Präsidenten-Ehefrau Imelda Marcos, die im Jahr 1979 auf Einladung der Stadt Wien - begleitet vom damaligen Kulturstadtrat und späteren Bürgermeister Helmut Zilk (SPÖ) - das Gesellschaftsereignis besuchte. Imelda Marcos ist die Mutter des aktuellen philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos Jr. Ihr diktatorisch regierender Ehemann war im Jahr 1986 durch einen Volksaufstand gestürzt worden, bei dem sich der Zorn auch gegen seine Ehefrau Imelda richtete. Als Schuhfetischistin besaß sie die größte private Schuhsammlung mit ungefähr 3.000 Paar Schuhen.
In der damaligen APA-Meldung hieß es, dass Imelda Marcos beim Opernball 1979 von ihrer "bildhübschen" 18-jährigen Tochter begleitet worden sei, der jüngeren Schwester des aktuellen philippinischen Präsidenten. "Während die Mama in einem goldenen, langen Abendkleid auf dem Ball erschien, setzte das Töchterchen für Europas Ballfest Nummer eins auf 'Silberlook'." Im Rahmen des mehrtägigen Österreich-Besuchs von Marcos wurde auch ein bilaterales Handelsabkommen unterzeichnet. In Salzburg dankte der dortige Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) "für die aufopferungsvolle Tätigkeit jener rund 60 Schülerinnen aus den Philippinen, die alljährlich in den Krankenhäusern und Sozialanstalten (des Landes, Anm.) ausgebildet werden".
Meinl-Reisinger lässt Loge aus Repräsentationsbudget zahlen
Beim Opernball haben der Bundespräsident und der Bundeskanzler kostenlose Ehrenlogen. Letztere wird von Regierungsmitgliedern genützt, etwa von Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler sowie Infrastrukturminister Peter Hanke (beide SPÖ) und Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und ihrem Kollege Alexander Pröll (beide ÖVP). Während Kanzler Stocker dem Opernball wegen des EU-Gipfels fern bleiben muss, hat Außenministerin Meinl-Reisinger als einziges Regierungsmitglied eine eigene Loge angemietet. Wie das Außenministerium der APA auf Nachfrage bestätigte, kostet die Loge 26.000 Euro.
Meinl-Reisinger wird neben ihrer philippinischen Kollegin auch die albanische Außenministerin Elisa Spiropali in ihre Loge nehmen. Neben ihnen werden auch der Ehemann Meinl-Reisingers, die philippinische Botschafterin sowie die albanische UNO-Botschafterin sowie Kabinetts- und Protokollmitarbeiterinnen Platz finden, hieß es vom Außenministerium gegenüber der APA. Die Kosten für die Loge würden aus dem Repräsentationsbudget der Außenministerin getragen.
Ihr unmittelbarer Vorgänger Alexander Schallenberg hatte in seiner fünfjährigen Amtszeit einmal eine Opernball-Loge gebucht, und zwar im Jahr 2024 für Amtskolleginnen aus Belgien und Finnland. Kurzzeit-Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) besuchte beide Opernbälle ihrer Amtszeit mit jeweils einem Ehrengast, und zwar 2018 mit ihrer bulgarischen Kollegin Eketerina Sachariewa und 2019 mit ihrem tschechischen Kollegen Tomáš Petříček.
Zusammenfassung
- Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) besucht gemeinsam mit ihrer philippinischen Amtskollegin Maria Theresa Lazaro anlässlich des 80-jährigen Jubiläums der bilateralen Beziehungen den Opernball in Wien.
- Meinl-Reisinger mietet als einziges Regierungsmitglied eine eigene Loge für 26.000 Euro, die aus dem Repräsentationsbudget bezahlt wird und in der auch die albanische Außenministerin Elisa Spiropali Platz findet.
- Die Einladung gilt als Zeichen der Wertschätzung für die enge Zusammenarbeit, besonders im Pflegebereich, in dem seit den 1970er Jahren rund 60 philippinische Schülerinnen jährlich in Salzburg ausgebildet wurden.
