APA - Austria Presse Agentur

Mehr positive PCR-Tests an Schulen

10. Nov 2021 · Lesedauer 4 min

An den Schulen wächst die Zahl der positiven PCR-Tests weiter an. Am Montag und Dienstag wurden (exklusive Wien) 1.832 positive PCR-Tests registriert. Vier Schulen und 126 Klassen sind bereits geschlossen. Morgen, Donnerstag, steht dann wie jede Woche die Entscheidung über den weiteren Ablauf des Schulbetriebs an. Erstmals dürfte ab nächster Woche zumindest in einigen Bundesländern die höchste Risikostufe drei gelten.

Das bedeutet, dass zusätzlich zu den bisherigen Maßnahmen alle Schüler bzw. Lehrer an Oberstufen auch im Unterricht Maske tragen müssen, Schulveranstaltungen wie Wandertage und Unterrichtsangebote mit externen Partnern (z.B. von Vereinen durchgeführte Sportangebote an Schulen) nicht mehr durchgeführt werden. Elternsprechtage müssten digital stattfinden.

Jeden Donnerstag wird anhand der Einschätzung der Corona-Kommission über den Ablauf des Schulbetriebs ab der jeweils kommenden Woche entschieden. Für die Festlegung der Risikostufen wird die sogenannte risikoadjustierte Inzidenz (berücksichtigt neben den Infektionszahlen auch Zahl der Tests, Aufklärungsrate, Symptomatik und Dynamik des Infektionsgeschehens) sowie die Auslastung der Intensivstationen (ICU) herangezogen.

Stufe drei würde dann in Kraft treten, wenn die risikoadjustierte Inzidenz in einem Bundesland über 200 liegt und die ICU-Auslastung mit Corona-Patienten 20 Prozent überschreitet. In Sachen Inzidenz haben ohnehin bereits in der Vorwoche alle Länder die 200er-Marke gerissen. Bei der ICU-Auslastung liegt derzeit nur das Burgenland weit unter der 20-Prozent-Marke. Alle anderen Länder befinden sich entweder nur knapp unter dieser Schwelle oder sind bereits darüber - wobei vor allem in kleinen Ländern oft wenige Patienten entscheiden.

In Oberösterreich wurden laut Zahlen des Bildungsministeriums Anfang der Woche 673 positive Schul-PCR-Tests abgegeben (Vorwoche: 663), in Niederösterreich 406 (385), in der Steiermark 329 (196), in Salzburg 129 (98), in Vorarlberg 96 (46), in Tirol 82 (98), im Burgenland 73 (43) und in Kärnten 44 (90). In Wien wird zweimal die Woche PCR-getestet, die Zahlen für die Bundeshauptstadt liegen daher erst am Freitag vor. Die obigen Zahlen enthalten dabei nur die im Zug der Massen-PCR-Testungen an den Schulen abgegebenen Positiv-Tests - PCR-Tests, die zusätzlich etwa aufgrund eines positiven Antigentests angeordnet werden, fließen nicht ein.

An den Schulen selbst steigt mit den Infektionszahlen auch die Zahl der Klassen in Quarantäne. Nach 22 Klassen, die am vergangenen Freitag in Quarantäne waren, sind es nunmehr vier ganze Schulen sowie 126 Klassen geworden. Das liegt trotz der Anfang des Schuljahrs gelockerten Quarantänebestimmungen vor allem daran, dass mittlerweile oft mehrere positive Fälle in einer Klasse registriert werden. In diesem Fall kommen die gelockerten Quarantäneregeln nicht zum Tragen - dann muss die ganze Klasse daheimbleiben.

NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre forderte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) auf, auch bei Risikostufe drei externe Personen aus Vereinen für Sport- und Unterrichtsangebote mit 2G-Nachweis in die Schulen zu lassen. Die Kinder hätten schon auf zu viel verzichten müssen, so Künsberg Sarre zur APA. Auch Sportveranstaltungen, Wandertage oder ähnliches sollten weiter - unter Einhaltung der Sicherheitskonzepte - möglich sein.

Umgekehrt sprechen sich Lehrervertreter für eine Verschärfung der Maßnahmen aus: So ortete etwa der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), Hannes Grünbichler (ÖLI-UG), auf "Puls4" einen "Kontrollverlust" und regte eine sofortige Maskenpflicht im Unterricht an - auch in der Unterstufe. Früher oder später werde man auch über eine 2G-Regelung an den Oberstufen sprechen müssen. Außerdem müsse die Booster-Impfung für Lehrkräfte in allen Bundesländern angeboten werden - in der Steiermark funktioniere dies derzeit nicht.

Unterdessen verlangt die SP-nahe Aktion Kritischer SchülerInnen (AKS) Wien eine 2G-Pflicht für neu angestellte Lehrerinnen und Lehrer. Ab einer Intensivstation-Auslastung von 20 Prozent mit Covid-Patienten sollte ungeimpftes Lehrpersonal außerdem von daheim aus unterrichten müssen, so AHS-Landesschulsprecherin Maria Marichici bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Für Schüler soll es außerdem Gratis-FFP2-Masken geben, an den Schulen müssten flächendeckend mindestens drei PCR-Tests pro Woche sowie mehrere Antigentests durchgeführt werden.

Quelle: Agenturen