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Mehr als hundert Wahlhelfer im Kosovo festgenommen

Heute, 16:50 · Lesedauer 1 min

Knapp vier Wochen nach der Parlamentswahl im Kosovo sind mehr als hundert Wahlhelfer wegen des Verdachts der Wahlfälschung festgenommen worden. Insgesamt 109 Mitarbeiter von Wahlbüros seien wegen Fälschung von Wahlergebnissen, "Einschüchterung" und Bestechung verhaftet worden, sagte Staatsanwalt Petrit Kryeziu am Freitag. Wegen Unstimmigkeiten bei Teilergebnissen waren Anfang der Woche eine Neuauszählung aller Stimmen sowie Ermittlungen angeordnet worden.

"Wir sprechen hier von einer Organisation und einer direkten Absicht, die Wahlergebnisse und den Willen der Bürger zu untergraben", sagte Staatsanwalt Kryeziu. Betroffen seien rund 70.000 abgegebene Stimmzettel.

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl Ende Dezember hatte die Partei VV von Ministerpräsident Albin Kurti vorläufigen Ergebnissen zufolge mehr als 51 Prozent der Stimmen geholt. Ein endgültiges Wahlergebnis steht wegen der laufenden Neuauszählung bisher aus. Kurtis Partei hatte bei der vorherigen Wahl im Februar vergangenen Jahres 42 Prozent der Stimmen geholt. Seitdem scheiterte jede Regierungsbildung. Die Neuwahl sollte einen Ausweg aus der Krise bringen.

Die frühere serbische Provinz Kosovo hatte sich 2008 und damit knapp ein Jahrzehnt nach dem Kosovo-Krieg für unabhängig erklärt und ist damit das jüngste Land Europas.

Zusammenfassung
  • Im Kosovo wurden 109 Wahlhelfer nach der Parlamentswahl wegen Verdachts auf Wahlfälschung, Einschüchterung und Bestechung festgenommen.
  • Die Ermittlungen betreffen rund 70.000 Stimmzettel und führten zu einer Neuauszählung aller Stimmen, nachdem Unstimmigkeiten bei Teilergebnissen festgestellt wurden.
  • Die Partei VV von Premierminister Albin Kurti erzielte laut vorläufigen Ergebnissen über 51 Prozent der Stimmen, ein endgültiges Wahlergebnis steht jedoch noch aus.