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Über 59 Millionen Binnenvertriebene: Lage "war noch nie so schlecht"

19. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Konflikte und Naturkatastrophen haben im vergangenen Jahr wieder Dutzende Millionen innerhalb ihres Landes in die Flucht getrieben. 2022 soll der Wert von 59,1 Millionen durch den Ukraine-Krieg noch deutlich übertroffen werden.

Der Brennpunkt war im vergangenen Jahr Subsahara-Afrika. Allein in Äthiopien wurden mehr als fünf Millionen Binnenvertriebene gezählt - die höchste Zahl, die jemals für ein einzelnes Land verzeichnet wurde. Äthiopien leidet unter einen schweren Dürre und einem schwelenden militärischen Konflikt um die nördliche Region Tigray.

Neue Höchstzahlen wurden auch aus der Demokratischen Republik Kongo, Afghanistan und Myanmar gemeldet. Verbessert hat sich die Lage im Nahen Osten und in Nordafrika. Dort wurden die niedrigsten Werte an neuen Vertreibungen seit zehn Jahren gemessen. Doch die Gesamtzahl der Vertriebenen in Ländern wie Syrien, Libyen und Irak ist nach wie vor hoch. Die meisten Binnenvertriebenen aufgrund von Naturkatastrophen verzeichneten im Jahr 2021 China, die Philippinen und Indien.

Lage "war noch nie so schlecht"

Die Zahl der Binnenvertriebenen steigt seit Jahren an. Die nun für 2021 angegebene Zahl ist die zweithöchste im vergangenen Jahrzehnt. Der bisherige Höchststand wurde demnach 2020 erreicht. Die Lage in der Welt "war noch nie so schlecht", sagte der Generalsekretär des NRC, Jan Egeland. "Die Welt bricht zusammen."

"Das Jahr 2022 sieht düster aus", warnte auch die Direktorin des IDMC, Alexandra Bilak, insbesondere mit Blick auf den Krieg in der Ukraine. Zwei Monate nach dem Einmarsch Russlands in das Nachbarland waren nach UN-Angaben mehr als acht Millionen Menschen innerhalb der Ukraine auf der Flucht.

Quelle: Agenturen