Halla über Impfpflicht und Lotterie: "Ich vermisse Planung"

22. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Gesundheitsökonom Martin Halla spricht sich gegen gleichzeitig stattfindende Anreize und Strafen aus. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres begrüßt Impfpflicht und Impflotterie hingegen.

Laut Gesundheitsökonom Martin Halla von der Johannes Kepler Universität Linz hat Österreichs Regierung die "Dramaturgie" bei der Impfung geändert. Normalerweise gehe man so vor, dass man zuerst Werbung betreibe und die Impfung als besonderes Gut anpreise und betone, dass man damit auch anderen helfe. Dann biete man eine Gratisimpfung an, setzt als nächsten Schritt finanzielle Anreize und erst wenn das nicht fruchtet, greift man zur Besteuerung oder zur Impfpflicht. In Österreich habe man die Impfpflicht eingeführt und im Nachhinein mit der Impflotterie ein "gelinderes Mittel" eingeführt, kritisiert Halla. Das sei wenig sinnvoll.

Impfpflicht greife erst mit Strafen

Denn nun sei ein großer Teil der Bevölkerung schon geimpft - dieser Teil werde aber dennoch belohnt. Zudem werde das Geld "zufällig verteilt".  "Kosteneffizient ist die Maßnahme keinesfalls", so der Gesundheitsökonom, der bei der Regierung Planung und Stringenz vermisst. Die Ungeimpften würden sich davon eher nicht motivieren lassen - die Impfpflicht greife erst, wenn wirklich Strafen verhängt werden.

Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer, hingegen befürwortet Impflotterie und Impfpflicht. "Alles, was hilft, dass man sich impfen lässt, ist von Vorteil", sagt er im PULS 24 Interview. Es gebe sicherlich Menschen, die sich gar nicht impfen lassen wollen. Aber jene, die nur zweifeln, könne man mit der Impflotterie überzeugen, vermutet Szekeres.

Quelle: Redaktion / koa