Mahrer: "Sicheres Öffnen ist möglich"

25. Feb 2021 · Lesedauer 3 min

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer lädt am Donnerstag zum Öffnungsgipfel mit 50 Vertretern aus Gastro, Hotellerie und Kultur. Das gemeinsame Ziel sind erste Öffnungen im März.

Die Wirtschaftszweige, die bisher lockdownbedingt geschlossen sind, machen nun gemeinsam Druck, rasch wieder aufsperren zu dürfen. Aktuelle negative Tests sollen Voraussetzung sein, um ins Wirtshaus oder Theater, ins Hotel oder Kino zu gehen. Außerdem verpflichten sich alle zu umfassenden Sicherheitskonzepten mit Abständen und Maskenpflicht.

In einer großen Onlineveranstaltung stellen die Branchen am heutigen Donnerstag ihre Konzepte vor. Gastgeber ist WKÖ-Präsident Harald Mahrer, der zum Auftakt darauf hinwies, dass die Betriebe eine Perspektive brauchen. Experten würden die Einschätzung bestätigen, dass sicheres Testen möglich sei, wird Mahrer in einer Ausssendung zitiert: "Mit Zutrittstestungen haben wir gemeinsam mit FFP2-Masken, Sicherheitskonzepten und der steigenden Anzahl der Impfungen den Schlüssel in der Hand."

Öffnungsgipfel mit 50 Branchenvertretern

Das Ziel des Öffnungsgipfels sei erste Öffnung im März zu erreichen, sagte der WKÖ-Präsident. Auf dem Gipfel diskutieren rund 50 Teilnehmer aus den unterschiedlichen Branchen der Tourismus, Freizeitwirtschaft und Kultur darüber, wie Öffnungsschritte gelingen können.

Laut Wirtschaftskammer sind derzeit rund 90.000 Betriebe und 675.000 Vollzeitarbeitsplätze von den Corona-Schließungen betroffen. Tourismus und Freizeitwirtschaft seien mit einer Wertschöpfung von fast 60 Milliarden Euro " Impulsgeber für Österreichs Wirtschaft", wie Robert Seeber, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ sagte.

IG Kultur: Kultur hat keinen "hohen Stellenwert"

Die Geschäftsführerin der IG Kultur Yvonne Gimpel zieht im PULS Interview eine ernüchternde Bilanz nach einem Jahr Kultur-Lockdown.

Sacher-Chef: Gewinne frühestens 2024

In der ersten Branchenrunde im "Öffnungs-Gipfel" in der Wirtschaftskammer in Wien waren die Hoteliers und ihre Branchenvertreter am Wort. Ein düsteres Bild für die nächsten Jahre zeichnete Sacher-Chef Mathias Winkler. Erst in den Jahren 2024 oder 2025 werde die Hotellerie wieder Gewinne einfahren, die Investitionen erlauben.

Fachverbandsobfrau Susanne Kraus-Winkler sprach von einer breiten Unterstützung für die Maskenpflicht und einen Impfpass als Eintrittsbedingung in ein Hotel sei vorstellbar. 

Gastro will am 15. März aufsperren

Im zweiten Branchengespräch zur Gastronomie verteidigte Fachverbandsobmann Mario Pulker die ursprüngliche Ablehnung der Masken- und Testpflicht durch die Wirte. Hier habe es auch bei den Gästen ein Umdenken und eine neue Akzeptanz gegeben. 

Barbara vom gleichnamigen Wiener Restaurant wie auch Michael Kolm vom niederösterreichischen Restaurant Bärenhof orten durchaus Verständnis bei den Gästen für Eintrittsmaßnahmen. Und auch die Mitarbeiter würden die Sicherheitsmaßnahmen "mit Freuden annehmen", so Karin Rosenberger von der Donau Lodge Ybbs (NÖ). Die Gastronomen waren sich einig: Am 15. März muss aufgesperrt werden. "Mit ein bissl Gas geben" werde sich das schon ausgehen.

Mikrobiologe gegen weitere Öffnungsschritte

Während die Gastronomie und der Tourismus in einem Gipfel die Öffnung fordert, winkt die Wissenschaft ab. Unter anderem sagt Mikrobiologe Michael Wagner im PULS 24 Interview, dass aus mikrobiologischer Sicht derzeit nicht der richtige Zeitpunkt für weitere Öffnungen sei – "vor allem nicht für Restaurants und Bars".

Der Abstand alleine reiche nicht, man brauche auch Masken. "International ist man sich einig, dass Restaurants und Bars potentielle Hotspots sind", erklärt Wagner.

Der Mikrobiologe Michael Wagner spricht sich im PULS 24 Interview gegen weitere Öffnungsschritte aus.

Köstinger: Öffnungen ohne Eintrittstests "illusorisch"

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) ließ im Vorfeld der Veranstaltung in einer Aussendung offen, wann die Branchen öffnen können - eine Entscheidung will die Regierung am kommenden Montag treffen. Gut sei aber, dass Gastro- und Hotellerievertreter nun auf aktuelle Tests setzen. "Für mich sind Eintrittstests eine Grundvoraussetzung dafür, weitere Öffnungsschritte zu ermöglichen, sobald das Infektionsgeschehen es zulässt", sagte Köstinger. Ohne Eintrittstests wären weitere Öffnungen "illusorisch".

 

Der Artikel wurde am 25.02.2021 um 11:27 Uhr um die Äußerungen von Hoteliers und Gastronomen ergänzt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb