Mikrobiologe Wagner: Keine weiteren Öffnungsschritte möglich

25. Feb 2021 · Lesedauer 2 min

Aus mikrobiologischer Sicht sei es derzeit nicht der richtige Zeitpunkt für weitere Öffnungsschritte, erklärt Mikrobiologe Michael Wagner im PULS 24 Interview.

Während die Gastronomie und der Tourismus in einem Gipfel die Öffnung fordert, winkt die Wissenschaft ab. Unter anderem sagt Mikrobiologe Michael Wagner im PULS 24 Interview, dass aus mikrobiologischer Sicht derzeit nicht der richtige Zeitpunkt für weitere Öffnungen sei – "vor allem nicht für Restaurants und Bars". Der Abstand alleine reiche nicht, man brauche auch Masken. "International ist man sich einig, dass Restaurants und Bars potentielle Hotspots sind", erklärt Wagner.

Wagner führt auch mehrere Gründe an. Das Virus übertrage sich in Innenräumen, in denen sich Menschen länger aufhalten, schneller. Zudem scheide ein Mensch mehr Partikel bzw. Aerosole aus, wenn er laut rede – das sei bis zu 50-fach höher. Wagner berichtet von einer Konferenz in Boston, bei dem am Ende des Clusters mit allen Verästelungen 20.000 Infektionsfälle gezählt wurden.

Schanigärten

Natürlich könne man sich auch draußen anstecken, "aber das Risiko ist deutlich geringer". Öffnen würde Wagner frühestens bei sinkenden Zahlen und nicht jetzt bei steigenden. Aus mikrobiologischer Sicht würde er dann zuerst Außenbereiche, also Schanigärten öffnen.

Sofort reagieren, keinen Tag warten

Insgesamt fehlen Wagner in Österreich Daten. Man wisse nicht, wie viele positive PCR-Tests auf positive Antigen-Tests zurückzuführen seien. Das heißt, man wisse nicht genau, ob die Steigerung auf das vermehrte Testen oder das Öffnen zurückzuführen sei. 

Der derzeitige Anstieg sei erwartbar gewesen, "aber man hat auch viele neue Maßnahmen gesetzt". Niemand könne "vorhersagen, was die nächsten zwei bis drei Wochen passiert".

Auch müsse man die Mutationen nicht nur beobachten, sondern auf lokale Ausbrüche "intensiv reagieren" – und "nicht noch ein paar Tage zuwarten".

Quelle: Redaktion / moe