APA/APA/AFP/ALESSANDRO RAMPAZZO

Rund 15 französische Soldaten in Grönland eingetroffen

Heute, 07:57 · Lesedauer 3 min

Im Konflikt mit den USA um Grönland sind die ersten 15 französischen Soldaten in der grönländischen Hauptstadt Nuuk eingetroffen. Angesichts der US-Drohung, Grönland zu übernehmen, hatten auf Bitte Dänemarks Deutschland, Frankreich, Schweden und Norwegen angekündigt, für die europäische Militärmission "Arctic Endurance" Soldaten auf die Arktis-Insel zu schicken. Russland kritisierte unterdessen die Entsendung von Soldaten aus NATO-Ländern nach Grönland.

Etwa 15 Gebirgsjäger seien in Grönland vor Ort, um eine gemeinsame Militärübung mit Soldaten anderer europäischer Länder vorzubereiten, sagte der französische Botschafter für den Nord- und Südpol, Olivier Poivre d'Arvor, am Donnerstag dem Sender France Info. Ziel sei es, "den USA zu zeigen, dass die NATO in Grönland präsent ist", sagte Poivre d'Arvor. Die französischen Soldaten seien Teil der europäischen Militärmission "Arctic Endurance", die auf Bitten Dänemarks am Donnerstag beginnt. Eine Entsendung europäischer Soldaten angesichts einer amerikanischen Bedrohung sei "beispiellos".

Zugleich gebe es weiter Gespräche mit den USA, betonte er. "Die Diplomatie wird fortgesetzt, wir werden eine Einigung auf diplomatischem Weg finden", sagte der Botschafter. Letztlich stelle Russland die einzige Bedrohung für die arktische Region und das Baltikum dar. In der Früh trat im Elysée-Palast zudem ein kurzfristig einberufener nationaler Verteidigungsrat zusammen.

Die deutsche Bundeswehr hatte am Mittwoch die Entsendung von 13 Soldaten nach Grönland angekündigt. Den Angaben zufolge sollen sie dort die "Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region" erkunden. Dabei gehe es etwa um Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung.

US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder den Besitzanspruch der USA auf Grönland erhoben und dies mit Sicherheitsinteressen begründet. Am Dienstag bekräftigte er, Grönland müsse "in den Händen der Vereinigten Staaten liegen" und erklärte, alles andere sei "inakzeptabel". Bei den europäischen NATO-Partnern löste dies Sorgen um die Zukunft der Verteidigungsallianz aus. Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark, das wie die USA Teil der NATO ist.

Moskau kritisiert Entsendung von NATO-Soldaten nach Grönland

Russland kritisierte unterdessen die Entsendung von Soldaten aus NATO-Ländern nach Grönland. Die Militärmission auf der Arktik-Insel "bereitet uns große Sorge", erklärte die russische Botschaft in Brüssel, wo sich der Sitz der NATO befindet, am späten Mittwochabend. Die NATO verstärke ihre militärische Präsenz in der Region "unter dem falschen Vorwand einer wachsenden Bedrohung durch Moskau und Peking".

Die russische Botschaft warf der NATO vor, die Erklärungen der USA zu Grönland "zu nutzen, um ihre antirussische und antichinesische Agenda voranzutreiben". Die Arktis müsse "ein Gebiet des Friedens, des Dialogs und der fairen Zusammenarbeit bleiben".

Zusammenfassung
  • Rund 15 französische Soldaten sind im Rahmen der europäischen Militärmission "Arctic Endurance" in Grönlands Hauptstadt Nuuk eingetroffen, nachdem Dänemark angesichts von US-Drohungen um Unterstützung gebeten hatte.
  • Deutschland entsendet 13 Soldaten, Schweden und Norwegen beteiligen sich ebenfalls, um gemeinsam mit Dänemark die NATO-Präsenz in der Arktis zu stärken und militärische Übungen vorzubereiten.
  • Russland kritisiert die Entsendung von NATO-Soldaten nach Grönland scharf und warnt vor einer Militarisierung der Region, während US-Präsident Trump erneut den Anspruch der USA auf Grönland bekräftigte.