APA/APA/AFP/THIBAUD MORITZ

Leo XIV. betet in Monaco für Frieden in der Welt

Heute, 16:16 · Lesedauer 4 min

Papst Leo XIV. hat bei seinem Besuch im Fürstentum Monaco eindringlich für den Frieden in der Welt geworben. "Gewöhnen wir uns nicht an den Lärm der Waffen, an die Bilder des Krieges!", forderte er am Samstag bei einer Stadionmesse vor Tausenden Menschen. Heute würden weltweit so viele Pläne geschmiedet, um Unschuldige zu töten. "Wie viele falsche Gründe werden vorgebracht, um sie aus dem Weg zu räumen!", kritisierte der Papst laut der Nachrichtenagentur Kathpress.

Doch der Hartnäckigkeit des Bösen stehe die ewige Gerechtigkeit Gottes gegenüber, die neues Leben schenke, sagte Leo XIV. bei der Messe im Stade Louis II des Fußballklubs AS Monaco. "Frieden ist nicht bloß ein Kräftegleichgewicht, sondern das Werk gereinigter Herzen, von Menschen, die im anderen einen Bruder und eine Schwester sehen, die es zu behüten gilt, nicht einen Feind, der vernichtet werden muss.

Unter den Anwesenden waren auch Fürst Albert II. und Fürstin Charlène mit ihren Kindern Gabriella und Jacques sowie weitere Mitglieder der Familie Grimaldi. Albert hatte den Papst im Jänner bei einer Audienz im Vatikan ins zweitkleinste Land der Welt eingeladen, wo der Katholizismus Staatsreligion ist. Etwa 80 Prozent der rund 38.500 Einwohner des sehr wohlhabenden und multikulturellen Landes sind katholisch.

Weiter rief der Papst dazu auf, sich von "Götzen" zu befreien: "vom Reichtum, der zur Gier verkommen ist, von der Schönheit, die zur Eitelkeit verzerrt wurde". Stattdessen sei es die Barmherzigkeit, die die Welt erlöse. Die Kirche in Monaco sei berufen, Zeugnis abzulegen, indem sie in Frieden und in Gottes Segen lebe. "Darum, meine Lieben, macht viele Menschen mit eurem Glauben glücklich, indem ihr die echte Freude zeigt, die man nicht durch eine Wette gewinnt, sondern in Liebe mit anderen teilt."

Quelle dieser Freude sei die Liebe Gottes für das ungeborene und hilfsbedürftige Leben, das es stets anzunehmen und zu umsorgen gelte; die Liebe zum jungen und zum alten Leben, das in den Prüfungen jedes Alters gefördert werden müsse; die Liebe zum gesunden und zum kranken Leben, das manchmal einsam sei und immer fürsorglichen Beistands bedürfe. Die Muttergottes als Patronin Monacos möge den Monegassen helfen, "ein Ort zu sein, an dem die Kleinen und Armen Annahme und Achtung ihrer Würde erfahren, ein Ort ganzheitlicher und inklusiver Entwicklung", so der aus den USA stammende Papst in seiner auf Französisch gehaltenen Predigt.

Zuvor hatte er nach einem rund zweistündigen Helikopterflug in das Fürstentum eine ausgiebige Stadionrunde im offenen Golfcart gedreht und die Menschen begrüßt. Die Messe in dem Sportstadion war der Höhepunkt des päpstlichen Tagesausflugs ins Fürstentum.

Entlang der Route säumten zahlreiche Menschen die Straßen, um den Papst zu begrüßen. Fahnen in den gelb-weißen Farben des Vatikan schmückten als Zeichen des Willkommens den Weg bis zum Fürstenpalast. Angeführt wurde der Konvoi vom Fahrzeug des Fürstenpaares. Vom Balkon des Palastes aus hielt Leo XIV. seine Rede.

Treffen mit Jugendlichen

Nach seiner Ansprache traf Leo XIV. Katholiken und Jugendliche des zweitkleinsten Staates der Welt. "Das Fürstentum Monaco ist ein kleiner kosmopolitischer Staat, in dem zur Vielfalt der Herkunft auch weitere Unterschiede sozioökonomischer Art hinzukommen. In der Kirche werden solche Unterschiede jedoch niemals zu Anlass für eine Einteilung in soziale Klassen, sondern im Gegenteil: Alle werden als Personen und als Kinder Gottes aufgenommen", so Leo XIV. bei seinem Treffen mit der katholischen Gemeinschaft in der Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis.

"Monaco ist ein kleiner Staat, kann aber ein großes Beispiel der Solidarität sein, ein Fenster der Hoffnung. Tragt das Evangelium in die Entscheidungen eurer Arbeit, in das soziale und politische Engagement, um denen eine Stimme zu geben, die keine haben, und die Kultur der Fürsorge zu verbreiten", sagte der Papst an die jungen Katholiken gewandt.

Erstmals seit 1538 besucht ein Papst Monaco

Es ist das erste Mal seit fast 500 Jahren, dass ein Papst Monaco besucht. 1538 machte Paul III. nach den französisch-spanischen Friedensverhandlungen in Nizza Station im Fürstentum. Der eintägige Besuch in Monaco ist die zweite Auslandsreise des seit Mai 2025 amtierenden Kirchenoberhauptes. Seine erste Reise führte ihn Ende November für sechs Tage in die Türkei und in den Libanon. Fürst Albert II. hatte ihn Mitte Jänner im Vatikan persönlich eingeladen. Vom 13. bis 23. April plant Leo XIV. eine Reise in vier afrikanische Länder.

Am frühen Abend befand sich Leo XIV. auf dem Rückflug Richtung Vatikan. Um 17.30 Uhr hob sein Helikopter ab, wie immer eine Leihgabe der Republik Italien. Am Sonntag feiert der Papst die Palmsonntagsmesse auf dem Petersplatz, die die Karwoche einleitet und für ihn bis Ostern (5./6. April) ein umfangreiches Programm bereithält.

Zusammenfassung
  • Papst Leo XIV. hat am Samstag bei einer Messe im Stade Louis II in Monaco eindringlich für den Frieden in der Welt geworben und vor der Gewöhnung an Krieg und Gewalt gewarnt.
  • Der Papst kritisierte, dass weltweit viele Pläne geschmiedet werden, um Unschuldige zu töten, und forderte, sich von 'Götzen' wie Reichtum und Eitelkeit zu befreien.
  • An der Messe nahmen Fürst Albert II., Fürstin Charlène, ihre Kinder sowie zahlreiche Gläubige aus dem überwiegend katholischen Monaco mit rund 38.500 Einwohnern teil.
  • Leo XIV. betonte die Bedeutung von Barmherzigkeit, Inklusion und Solidarität und rief dazu auf, die Würde von Schwachen und Armen zu achten.
  • Der eintägige Besuch war der erste eines Papstes in Monaco seit 1538 und wurde von einem Treffen mit Jugendlichen und der katholischen Gemeinschaft begleitet.