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Lawrow will diplomatische Präsenz im Westen verringern

18. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Angesichts der wegen des Ukraine-Konflikts äußerst angespannten Beziehungen zum Westen will Russlands Außenminister Sergej Lawrow die dortige diplomatische Präsenz seines Landes reduzieren. Er sehe "keinerlei Sinn" darin, die Präsenz in westlichen Ländern wie gehabt aufrecht zu erhalten, sagte Lawrow am Dienstag in einer Ansprache vor frisch ausgebildeten Diplomaten. "Länder der dritten Welt, sowohl in Asien als auch in Afrika, brauchen dagegen zusätzliche Aufmerksamkeit."

Russische Diplomaten arbeiteten im Westen "unter Bedingungen, die nur schwerlich als menschlich bezeichnet werden können", kritisierte Lawrow. Ständig würden ihnen Probleme bereitet oder Drohungen ausgesprochen. "Aber das Wichtigste ist: Es gibt dort keine Arbeit, weil Europa beschlossen hat, sich uns gegenüber zu verschließen", führte Lawrow weiter aus. "Was sollen wir tun? Wir können die anderen nicht zwingen, uns zu mögen."

Seit Beginn der russischen Offensive im Nachbarland Ukraine Ende Februar haben sich die Beziehungen zwischen Moskau und dem Westen massiv verschlechtert. Die USA und die EU haben scharfe Sanktionen erlassen und auch immer wieder russische Diplomaten ausgewiesen.

Unterdessen bezeichnete der neue russische Kommandant der Ukraine-Offensive die Lage vor Ort als "angespannt". "Die Lage im Gebiet der militärischen Spezialoperation kann als angespannt bezeichnet werden", sagte General Sergej Surowikin, der seit zehn Tagen für den Einsatz verantwortlich ist, am Dienstag dem russischen Staatssender Rossija 24. "Der Feind gibt seine Versuche, die Stellungen der russischen Truppen anzugreifen, nicht auf."

Derzeit bereite die russische Armee die Evakuierung von Zivilisten aus der südukrainischen Stadt Cherson vor, meinte Surowikin weiter. Die dortige von Russland eingesetzte Verwaltung hatte dies vor kurzem erbeten. Das Ende September von Russland annektierte Gebiet Cherson im Süden der Ukraine ist seit einigen Wochen das Ziel einer Gegenoffensive der ukrainischen Armee, die immer weiter vorrücken konnte.

Quelle: Agenturen