APA - Austria Presse Agentur

Laut Tiroler WK-Präsident kein Druck in der Causa Ischgl

Mai 12, 2020 · Lesedauer 2 min

Tirols Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser hat am Dienstagabend im ORF-"Report" eine Einflussnahme der Seilbahnwirtschaft auf die Politik in der Causa Ischgl in Abrede gestellt. "Es gab keinen Druck von der Seilbahnwirtschaft", betonte Walser. Die vorzeitige Beendigung der Wintersaison habe aber durchaus Diskussionen bei den Unternehmern ausgelöst.

Denn in anderen Tiroler Tälern habe es zum Zeitpunkt der Beendigung der Wintersaison keinen einzigen bestätigten Fall gegeben. Die Unternehmer hätten Informationen von der Politik eingefordert. Letztendlich habe man aber die Gesundheit über die Wirtschaft gestellt, so Walser. Eine Einflussnahme auf die Politik aufgrund der Wirtschaftskammerwahlen, die in Tirol am 4. und 5. März stattgefunden hatten, stritt Walser ebenso ab. "Wir würden nie die Gesundheit für ein paar Wählerstimmen aufs Spiel setzen", so der WK-Präsident.

Die Entscheidungsträger in Tirol hätten jedenfalls versucht bestmöglich zu agieren. "Das nicht immer alles richtig läuft ist verständlich", sagte Walser. Und natürlich werde es auch Entscheidungen gegeben haben, die man Tage danach vielleicht anders getroffen hätte.

Kritik gab es indes von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) an Tirols Landessanitätsdirektor Franz Katzgraber. Letzterer hatte in einem Informationsschreiben im März erklärt, dass das Übertragungsrisiko des Coronavirus von Mensch zu Mensch relativ gering sei und nach derzeitigem Informationsstand etwas höher als jenes der Influenza liege. "Dieser Satz ist völlig unverständlich, das kann ich nicht nachvollziehen", meinte Anschober dazu.

Quelle: Agenturen