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Landesweiter Luftalarm in Ukraine ausgelöst

28. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

In der Ukraine herrscht wieder landesweiter Luftalarm. Auch in Kiew heulen die Sirenen. Laut Berichten in sozialen Medien wurde der Luftalarm ausgelöst, nachdem russische Kampfjets von Stützpunkten im benachbarten Belarus aufgestiegen seien. Zuvor waren aus der südukrainischen Stadt Cherson neue Angriffe gemeldet worden. Die russischen Streitkräfte hätten dort in den 24 Stunden bis Mittwochfrüh 33 Raketen auf zivile Ziele abgefeuert, teilt der ukrainische Generalstab mit.

An der Front im Osten der Ukraine tobten die schwersten Kämpfe unterdessen weiter um die Stadt Bachmut, die seit Monaten massiv von russischen Truppen angegriffen wird, sowie weiter nördlich in den Städten Swatowe und Kreminna. Hier versuchen die ukrainischen Streitkräfte russische Stellungen zu durchbrechen. Der Frontverlauf habe sich kaum verändert, aber der russische Druck habe sich erhöht, weil Russland zusätzliche Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Soldaten in die Kampfgebiete verlegt habe, sagt der ukrainische Militäranalyst Oleh Schdanow. Angriffe wurden auch auf Charkiw im Nordosten gemeldet.

Seit Kriegsbeginn sollen in der Ukraine über 700 Objekte der kritischen Infrastruktur zerstört worden sein. Dabei "geht es um Gas-Pipelines, Umspannwerke, Brücken und ähnliches", sagte der stellvertretende ukrainische Innenminister Jewgeni Jenin am Mittwoch im Fernsehen. Insgesamt seien mehr als 35.000 Objekte von den russischen Truppen kaputt geschossen worden, fügte er hinzu. Seit Oktober nimmt das russische Militär speziell Anlagen der Energieversorgung in der Ukraine ins Visier. Durch den ständigen Beschuss mit Raketen, Marschflugkörpern und Kamikaze-Drohnen ist das ukrainische Stromnetz stark beschädigt.

Der ukrainische Generalstab gab am Mittwoch via Nachrichtenagentur Ukrinform auch die neuesten Zahlen zu russischen Verlusten heraus. Demnach hat Russland bereits 103.770 Soldaten "verloren" - angeblich 550 alleine am Dienstag. Hinzu kämen u.a. mehr als 3.000 zerstörte Panzer und 6.000 gepanzerte Fahrzeuge. 283 Kampfjets sowie 267 Helikopter sollen abgeschossen worden sein. Die Zahlen lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Nach jüngsten Zählungen der Vereinten Nationen sind bisher in dem Krieg knapp 6.900 Zivilisten getötet worden. Fast 11.000 unbewaffnete Menschen seien verwundet worden, teilte das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) in Genf mit. Zu den Getöteten zählen 1.800 Frauen und etwa 400 Kinder. Das OHCHR geht jedoch davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen erheblich höher liegen.

Quelle: Agenturen