APA - Austria Presse Agentur

Doskozil: Gesundheitsministerium fehlt es an Führungskompetenz

24. Nov 2021 · Lesedauer 3 min

Burgenlands Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil gibt der Bundesregierung weniger als ein Jahr, bis es zu Neuwahlen kommt. Auch mit dem Gesundheitsministerium geht er hart ins Gericht. Es fehle an "Leadership", kritisiert er das Corona-Management Mücksteins.

Der Landes-Chef sprach sich vehement gegen einen Lockdown für Ungeimpfte aus, dem harten Lockdown stimmte er aber zu. Der Grund sei, so Doskozil in einem Interview mit dem "Profil", dass die Maßnahme für alle nachvollziehbar sei und wirke, wie Lockdowns in der Vergangenheit gezeigt hätten. Im Rahmen der Impflotterie, die im östlichsten Bundesland erfolgreich war und mit dazu beitrug, dass die Impfquote dort nun bei 72 Prozent liegt, versprach Doskozil Lockerungen bei den Maßnahmen. Stattdessen traf das Gegenteil ein. "Als Politiker muss man offen sagen, wenn die Dinge sich geändert haben. Das verstehen die Leute", ist sich der Landeshauptmann sicher. 

"Leadership" fehlt im Gesundheitsministerium

Von der impfbaren Bevölkerung seien im Burgenland inzwischen über 83 Prozent geimpft. Darauf könne man sich aber nicht ausruhen. Der Drittstich sei jetzt besonders wichtig. "Leider fehlt es da an Leadership im Gesundheitsministerium." Man hätte viel zu spät erfahren, dass der 3. Stich nun schon vier Monate nach dem zweiten verabreicht werden soll. "Das muss man doch früher wissen, das gehört ja auch organisiert!" Bei der Gültigkeit des Grünen Passes sei es das gleiche gewesen. Und dann breche auch noch das PCR-Testsystem des Bundes zusammen. "Das ist fehlendes Leadership. Wenn das alles funktioniert hätte, wären wir mit den Inzidenzen weiter unten."

Auch im Spitalsbereich sei im Burgenland die Impfquote hoch, nämlich bei 90 Prozent. Erreicht habe man das mit positiven Anreizen. "Wäre der Bund unserem Beispiel gefolgt, würde man jetzt keine allgemeine Impfpflicht brauchen."

Neuwahlen 2022

Der Bundesregierung stellt Doskozil ein knappes Haltbarkeitsdatum aus. Er glaubt, dass 2022 gewählt wird. Für ihn sei es sehr wohl vorstellbar, während der Pandemie in den Wahlkampf zu gehen. "Neuwahlen bedeuten ja nicht, dass man ganz Österreich zuplakatieren muss oder die amtierende Regierung von ihren Pflichten entbunden ist. Die Bekämpfung der Pandemie läuft über die Krisenstäbe und die Mitarbeiter in den Spitälern weiter." Wer allerdings Spitzenkandidat der SPÖ wird, wolle er keinesfalls in den Medien diskutieren. 

Bei Verurteilung Rücktritt

Aktuell laufen gegen Doskozil Ermittlungen in der Causa Commerzialbank. Sollte es zu einer Anklage kommen, wolle er bei seinem Versprechen der Vergangenheit bleiben und zurücktreten: "Wenn ich gestern was gesagt habe, kann ich nicht heute was anderes sagen."

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam