APA - Austria Presse Agentur

Kroatien öffnet Grenze für zehn EU-Länder

Mai 28, 2020 · Lesedauer 3 min

Kroatien hat seine Grenzen für zehn EU-Länder geöffnet, darunter Österreich. Reisende aus Österreich, Slowenien, Ungarn, Tschechen, der Slowakei, Deutschland, Polen, Litauen, Lettland und Estland können aufgrund der zufriedenstellenden epidemiologischen Situation unter gleichen Voraussetzungen wie vor der Corona-Krise einreisen, sagte der Innenminister Davor Bozinovic bei der Kabinettssitzung.

Der kroatische Zivilschutz-Krisenstab hat die Lockerungen am Donnerstag beschlossen, laut dem Tourismusminister Gari Cappelli gelten sie bereits ab dem gleichen Tag. Demnach müssen die Staatsbürger der zehn Ländern am Grenzübergang nicht mehr den Grund für ihrer Einreise beweisen müssen, wie der Innenminister erklärte. Trotz Lockerungen behält Kroatien die epidemiologische Kontrolle aufrecht. Ausländische Bürger werden sich an Anweisungen des Instituts für öffentliche Gesundheit halten müssen und bei der Einreise bestimmte Daten hinterlassen, um den Behörden die Kontaktaufnahme zu ermöglichen, sollte das aus epidemiologischen Gründen notwendig sein.

Neben den persönlichen Daten zu allen reisenden Personen, muss man auch die Dauer und Ort des Aufenthalts sowie Telefon und Mail-Kontakte angeben. Um Wartezeiten an den Grenzübergängen auszuweichen, kann man schon vor der Reise ein Online-Formular auf einer dafür eingerichteten Internetseite des Innenministerium ausfüllen (https://entercroatia.mup.hr/). Das Formular gibt es vorerst auf Kroatisch und Englisch, in den nächsten Tagen soll es auch in allen anderen Sprachen erhältlich sein. Reisende werden auf ihre E-Mail-Adresse die Anmeldebestätigung sowie alle relevante epidemiologische Informationen und Anweisungen erhalten.

Bei der Anmeldung über den Internet werden die Daten in der Datenbank der Grenzpolizei bereits eingespeichert. Sie werden beim Scannen der Reisedokumente abgerufen, so dass man sich an den Grenzübergängen deswegen nicht länger aufhalten wird müssen. Die erforderlichen Daten wird man auch erst an den Grenzübergängen abgeben können, dann aber längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, hieß es.

EU- und Schengen-Bürger konnten schon jetzt nach Kroatien einreisen, wenn sie dafür geschäftliche oder persönliche Grund nachweisen konnten. Die Lockerungen sollen den Bürger der zehn Ländern, die laut dem Tourismusminister rund 55 Prozent des gesamten Tourismusverkehrs ausmachen, die Einreise erleichtern.

Frankreich hält derweil an der Aufhebung der Kontrollen an der Grenze zu Deutschland zum 15. Juni fest. Dieser Termin sei mit Österreich und der Schweiz abgestimmt worden, sagte Frankreichs Innenminister Christophe Castaner am Donnerstag in einer Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung.

Castaner machte damit deutlich, dass er bis zum diesem Termin Ausnahmen, beispielsweise für deutsche Touristen, nicht anstrebt. "Das Risiko gibt es", sagte der Vertraute von Staatschef Emmanuel Macron in Hinblick auf die Corona-Pandemie, die in Frankreich bisher weit über 28.000 Todesopfer gefordert hat. Die Grenzregion zu Deutschland ist ein Gebiet, das besonders von der Pandemie betroffen ist.

Quelle: Agenturen