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Kreml-Sprecher zu Migrantenkrise: Polens Haltung inakzeptabel

10. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Dmitri Peskow, Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin, kritisiert Polens Premierminister Mateusz Morawiecki und befürchtet eine humanitäre Krise an der belarussischen-polnischen Grenze.

"Wir halten die Worte von des Premiers der Polnischen Republik, dass Russland für die Situation an der belarussisch-polnischen Grenze verantwortlich ist, für inakzeptabel", zitieren russische Medien Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hielt am Dienstag (9.11.2021) in einer Sondersitzung des polnischen Parlaments eine Rede zur Grenzkrise und sprach von einer "direkten Gewaltanwendung gegen den souveränen polnischen Staat", einer "Inszenierung, die Chaos stiften soll" sowie dem Versuch "einer Wiedererrichtung des russischen Imperiums". Diesem Szenario müsse man sich entgegenstellen, so der 53-Jährige.

Für den aktuellen Konflikt machte der Regierungschef die imperiale Politik Russlands verantwortlich, der belarussische Präsident Aleksander Lukaschenko sei dabei Handlanger von Russlands Präsident Putin. In den Tenor stimmte Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak mit ein: "Jeden Tag leisten polnische Soldaten, der Grenzschutz und die Polizei eine gigantische Arbeit, um ihr Heimatland vor dem hybriden Angriff des Regimes von Diktator Lukaschenko zu schützen." Die aktuellen Gewaltszenen an der Grenze zu Belarus bezeichnete er als "Akte der Aggression", die von der Grenze auf polnische Städte übergreifen könnten.

Russland streitet Beteiligung an Migrantenkrise ab

Peskow befürchtet eine Verschlechterung der Lage, sollte Polen seine Grenzen zum Nachbarland Belarus komplett schließen, und befürchtet eine Verschlechterung der Lage für die in Zeltlagern ausharrenden Migranten. Weiters machte er Russlands Standpunkt in dieser Krise deutlich: "Wenn es um unseren Verbündeten geht, haben wir nie verheimlicht, dass Russland in den schwierigsten Momenten bereit ist und bereits jetzt unverzichtbare Hilfe leistet. Wir sprechen von wirtschaftlicher Hilfe und über alles, was notwendig ist." 

Radoslaw ZakQuelle: Redaktion / zak