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Kosovo-Konflikt: Vucic appelliert zur Wahrung des Friedens

12. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Im Norden des Kosovo haben sich die Spannungen nach der Festnahme eines ehemaligen kosovarischen Polizisten serbischer Nationalität nicht gelegt.

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic appellierte am Sonntagabend an die Serben, den Frieden zu wahren und zur Beruhigung der Situation in dem hauptsächlich von ihnen bewohnten Nordkosovo beizutragen.

Nicht auf Provokationen eingehen

Er fordere die Serben im Norden des Kosovo auf, nicht auf Provokationen einzugehen, so Vucic nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Belgrad. Man habe "bestimmte Maßnahmen zum Schutz der Heimat" getroffen, sagte Vucic weiter, ohne weitere Angaben zu machen. Er werde allerdings vor einer weiteren "Kampfbereitschaft tausend Mal" versuchen, Frieden zu schaffen.

Nach der Festnahme des ehemaligen Polizisten Dejan Pantic haben Serben im Nordkosovo die wichtigsten Verkehrswege an vier Stellen mit LKWs und Bussen blockiert. Trotz Aufforderungen von Vertretern der internationalen Staatengemeinschaft, wurde die Blockade bis Montagfrüh nicht aufgehoben.

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"Angriffe gegen EULEX oder KFOR dürften nicht passieren"

Für Vucic sind die Verkehrsblockaden offensichtlich kein Problem. Er bestritt allerdings, dass die Anordnung dafür von Belgrad gekommen sei. Die in vier nordkosovarischen Gemeinden dominierende Serbische Liste steht indes unter der Kontrolle Belgrads.

Angriffe gegen EULEX oder KFOR dürften nicht passieren, sagte Vucic weiter. Die EU-Mission EULEX, die mit der Überwachung des Nordkosovo beauftragt ist, hatte zuvor mitgeteilt, dass am Samstagabend eine Blendgranate auf eines ihrer gepanzerten Fahrzeuge in der Ortschaft Rudare geworfen worden sei. An der KFOR ist auch das Bundesheer mit aktuell 304 Soldaten beteiligt. Es handelt sich um den größten Auslandseinsatz des Bundesheeres.

Am Samstag wird laut Vucic in Belgrad eine internationale Delegation erwartet mit dem EU-Westbalkanbeauftragten Miroslav Lajcak und dem US-Sondergesandten für den Westbalkan, Gabriel Escobar. Man werde versuchen, bis dann den Frieden zu wahren, erklärte Vucic laut dem Sender "Free Europe".

Quelle: Agenturen / Redaktion / ddj