Kopf: Kurzarbeit soll "weniger attraktiv" werden

16. Apr 2021 · Lesedauer 3 min

Das Modell der Kurzarbeit läuft vorerst noch bis Ende Juni. Auch wenn man diese im Sommer nicht beenden will, so möchte man die Kurzarbeit für Unternehmer weniger attraktiv machen. Das erklärte der AMS-Chef, Johannes Kopf, im PULS 24 Interview.

Am Freitag verkündete die Bundesregierung, dass es womöglich im Mai zu Öffnungsschritten kommen wird. Mit diesen Lockerungen wird auch ein starker wirtschaftlicher Aufschwung kommen, sagt Johannes Kopf, AMS-Vorstand, im Interview mit PULS 24 Anchorwoman Alina Marzi. Dieser sei abhängig von den Fortschritten bei der Durchimpfung der Bevölkerung und der Entwicklung der Corona-Mutanten. Klar sei laut Kopf, dass "mit den Öffnungen natürlich Arbeit kommt", sowie "Nachholeffekte". Er geht davon aus, dass es spätestens im dritten Quartal zu einem sichtbaren Wachstum und einer Senkung der Arbeitslosenzahl kommen wird.

Kurzarbeit "weniger attraktiv" werden

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) bezeichnet im Sozialausschuss die Kurzarbeit als das wichtigste Kriseninstrument aus Arbeitsmarktsicht. Phase 4 der Kurzarbeit laufe noch bis Ende Juni. Es gebe bereits gute Gespräche mit den Sozialpartnern über eine Fortführung in einer Phase 5. Diese müsse aus Sicht des Arbeitsministers substanziell anders sein, als die bisherige Kurzarbeit. Die Zukunft der Kurzarbeit sei laut Johannes Kopf abhängig davon, wie sich die Krankheit bis zum Sommer entwickle und welche Öffnungsschritte durchgeführt werden. Man denke zudem daran die Kurzarbeit ab dem Sommer "weniger attraktiv zu machen", sagt der AMS-Vorstand im PULS 24 Interview. Beenden wolle man sie aber nicht. Man wolle viel eher, dass die Unternehmen "sich überlegen, wen brauche ich noch längerfristig, wen unbedingt und wen muss ich möglicherweise freisetzen. Auch mit dem Ziel, weil er woanders gebraucht wird", erklärt Kopf. Damit wolle man bezwecken, dass Menschen "wieder dort arbeiten, wo sie gebraucht werden".

Jobmaschine soll fast komplettes Angebot umfassen

Im Interview spricht Kopf aber auch über das erweiterte Jobportal des AMS. Auf der hauseigenen Jobsuchmaschine "alle jobs" werden in Zukunft auch externe Stellenanzeigen von Unternehmenswebsites und Karriereportalen angezeigt. Bisher zeigte die AMS-Jobsuchmaschine nur Stellenangebote, die von Unternehmen an das Arbeitsmarktservice gemeldet wurden. Das AMS will nun mit der neuen Suchfunktion fast das komplette Jobangebot in Österreich zugänglich machen. Weiters wurden auch Grenzraum-Stellen der deutschen Bundesagentur für Arbeit in die AMS-Jobsuchmaschine integriert, wie Kopf im Interview erklärt.

"Der große Vorteil der neuen Jobsuche besteht darin, dass hier fast alle ausgeschriebenen Stellen für Österreich strukturiert und einfach zu finden sind", sagt AMS-Vorstand Johannes Kopf. "Bisher hatten wir rund 40 Prozent aller Stellen, jetzt sind beinahe 100 Prozent aller freien Stellen in Österreich auf einer Plattform sichtbar." Die Jobsuchmaschine verzeichnet derzeit knapp 300.000 freien Stellen. Dabei seien laut Kopf durchschnittlich 40 Prozent der offenen Stellen nur für zehn Tage offen. Denn auch in Krisenzeiten würden Menschen täglich in Pension oder Karenz gehen oder einen beruflichen Wechsel anstreben, erklärt Kopf. Damit bekomme der Arbeitsmarkt auch in der Pandemie eine gewisse Dynamik.

Angela PerkonigQuelle: Agenturen / Redaktion / pea