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König Charles will Andrew und Harry absägen

15. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Der britische König Charles III. hat den ersten Schritt unternommen, um seinen Bruder Andrew (62) und seinen Sohn Prinz Harry (38) von ihrer Rollen als potenzielle Vertreter des Staatsoberhaupts endgültig entbinden. Das britische Parlament muss aber noch einer Gesetzesänderung zustimmen.

Beide nehmen keine offiziellen Aufgaben mehr für die Königsfamilie wahr. Trotzdem sind sie wegen ihres Rangs in der Thronfolge nach geltenden Regeln weiterhin zwei der fünf Stellvertreter (Counsellors of State) für den britischen Monarchen.

Prinzessin Anne und Prinz Edward sollen einspringen

Wie der höchste Beamte des königlichen Haushalts, Lord Andrew Parker of Minsmere, im britischen Oberhaus am Montagnachmittag mitteilte, schlägt Charles vor, seine Schwester Prinzessin Anne (72) und seinen jüngsten Bruder Prinz Edward (58) zu Counsellors of State zu machen.

Das solle "gewährleisten, dass öffentliche Angelegenheiten wahrgenommen werden, wenn ich nicht verfügbar bin, wie bei der Erfüllung offizieller Pflichten im Ausland", hieß es in dem von Lord Parker verlesenen Schreiben des Königs.

Parlament muss Abänderung zustimmen

Die Vertretung des Königs bei Auslandsreisen oder im Fall einer schweren Erkrankung ist in Großbritannien gesetzlich geregelt und kann nur durch Zustimmung des Parlaments geändert werden. Bisher ist vorgesehen, dass der Monarch durch seine Partnerin, Königsgemahlin Camilla (75), sowie die vier höchstrangigen Royals in der Thronfolge, die gleichzeitig älter sind als 21 Jahre, vertreten werden kann. Das sind derzeit Thronfolger Prinz William (40), Prinz Harry sowie Prinz Andrew und dessen Tochter Prinzessin Beatrice (34).

Gesetzesänderung noch in diesem Jahr

Befürchtet wird nun, dass eine Situation entstehen könnte, in der etwa Andrew eine offizielle Rolle zufallen würde. Der zweitälteste Sohn der im September gestorbenen Queen Elizabeth II. gilt wegen seiner Verwicklung in den Missbrauchsskandal um den gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein jedoch nicht mehr als salonfähig. Berichten zufolge soll eine entsprechende Gesetzesänderung noch in diesem Jahr verabschiedet werden.

Quelle: Agenturen