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Klimaschäden erhöhen Staatsschuldenquote bis 2050 massiv

08. März 2026 · Lesedauer 2 min

Die Folgen des Klimawandels sorgen für Kosten - so weit, so bekannt. Jedoch werden die Auswirkungen von Klimaschäden auf die öffentlichen Finanzen laut einer Analyse der New Economics Foundation massiv unterschätzt. Im Falle Österreichs könnte die Staatsschuldenquote durch Klimaschäden bis 2050 ohne zusätzliche Maßnahmen um 60 Prozentpunkte höher als prognostiziert liegen, prognostiziert der britische Thinktank. Bis 2070 wären es sogar 200 Prozentpunkte mehr.

Für die gesamte Europäische Union geht die New Economics Foundation von einer ähnlichen Steigerung der Schuldenquote im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt aus, sollten die Investitionen zur Bekämpfung der Klimakrise nicht erhöht werden: nämlich um 58 Prozentpunkte bis 2050 sowie um 197 Prozentpunkte bis 2070. Sollten Klimainvestitionen vorgezogen werden, wäre der Anstieg dagegen deutlich geringer, aber läge in Österreich immer noch bei 28 Prozentpunkten bis 2050 und 52 Prozentpunkten bis 2070. Dagegen würde im besten Szenario, in dem in globaler Zusammenarbeit die Klimaerwärmung auf 1,6 Grad begrenzt wird, die Schuldenquote bis 2050 sogar fünf Prozentpunkte unter den offiziell prognostizierten Wert fallen und bis 2070 um 27 Prozentpunkte.

Grund für die massive Belastung der Staatshaushalte sei, dass Klimaschäden die Produktivität, die Infrastruktur und wichtige Sektoren wie Landwirtschaft, Verkehr und Energie beeinträchtigen, weshalb das Bruttoinlandsprodukt und die Steuereinnahmen geschmälert werden, während gleichzeitig die Kosten zur Beseitigung von Schäden steigen, so die Denkfabrik. Dagegen würden frühzeitige grüne Investitionen die Wirtschaft ankurbeln und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaschäden stärken. Empfohlen wird daher der EU und nationalen Regierungen, die tatsächlichen Kosten des Klimawandels in ihren offiziellen Finanzprognosen zu berücksichtigen. Zudem sollten Ausgaben für wichtige Dekarbonisierungsprojekte, Netzmodernisierungen, erneuerbare Energien und Wärmepumpen von den finanzpolitischen Regeln ausgenommen werden - ähnlich wie aktuell die Verteidigungsausgaben. Darüber hinaus sollte die EU eine permanente Klimaresilienzfazilität für gemeinsame Kredite einrichten und den Solidaritätsfonds erweitern, so die Empfehlung.

Zusammenfassung
  • Auch auf EU-Ebene werden ähnlich starke Anstiege erwartet, mit bis zu 58 Prozentpunkten bis 2050 und 197 Prozentpunkten bis 2070, sofern Klimainvestitionen nicht deutlich erhöht werden.