APA/APA/AFP (Archivbild von Jänner 2025)/ROBERTO SCHMIDT

"Keinerlei Scham": Obama äußert sich zu Trumps Affen-Video

Heute, 11:13 · Lesedauer 2 min

Ex-US-Präsident Barack Obama hat sich erstmals über ein von Amtsinhaber Donald Trump veröffentlichtes Video geäußert, das ihn und seine Ehefrau Michelle als Affen zeigte. Die meisten US-Bürger würden ein solches Verhalten als "zutiefst verstörend" empfinden, sagte Obama am Samstag (Ortszeit) in einem Gespräch mit dem Politik-Podcaster Brian Tyler Cohen. "Es gibt so eine Art Clown-Show auf den sozialen Netzwerken und im Fernsehen", sagte Obama, ohne Trump beim Namen zu nennen.

Weiters kritisierte Obama: "Es scheint keinerlei Scham mehr darüber bei Menschen zu geben, die einst dachten, dass es Anstand, einen Sinn für Anständigkeit und Respekt für das Amt geben sollte, richtig? Das ist verloren gegangen." Cohen hatte Obama zuvor auf die Entwicklung des politischen Diskurses angesprochen und dabei auch das Video erwähnt, das Obama und seine Ehefrau Michelle als Affen darstellte. "Ich denke, es ist wichtig zu erkennen, dass die Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung dieses Verhalten zutiefst verstörend findet", sagte der Ex-Präsident. Es gebe überall im Land Menschen, die weiter an "Anstand, Höflichkeit und Freundlichkeit" glaubten.

Der Demokrat geht davon aus, dass ein solches Verhalten Trumps Republikanern bei den Kongress-Zwischenwahlen (Midterms) im November schaden wird. "Letztlich wird die Antwort vom amerikanischen Volk kommen", sagte Obama. Der Demokrat war als erster Schwarzer im Amt von 2009 bis 2017 US-Präsident.

Das fragliche Video war am 5. Februar auf Trumps Nutzerkonto bei seiner Onlineplattform Truth Social veröffentlicht worden. In dem Video ging es um vermeintliche Beweise für Manipulation bei der Präsidentschaftswahl 2020, die Trump gegen den Demokraten Joe Biden verloren hatte.

Am Ende des Videos sind kurz die lachenden Köpfe von Michelle und Barack Obama auf Affenkörpern zu sehen. Der erste afroamerikanische Präsident der US-Geschichte und seine Ehefrau tanzten darin vor einer Dschungel-Kulisse.

Das Video sorgte für einen Aufschrei der Empörung, Trump wurde Rassismus vorgeworfen. Auch Parteifreunde des rechtspopulistischen Präsidenten kritisierten das Video scharf.

Weißes Haus sprach ursprünglich von "gespielter Empörung"

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sprach zunächst von "gespielter Empörung", bevor das Weiße Haus das Video entfernte und erklärte, ein Mitarbeiter habe den Beitrag "irrtümlich veröffentlicht". Trump beteuerte später, er habe "nur den ersten Teil angesehen und nicht das ganze Video".

Zusammenfassung
  • Barack Obama kritisierte am Samstag in einem Podcast scharf ein am 5. Februar auf Trumps Truth Social veröffentlichtes Video, das ihn und seine Ehefrau Michelle als Affen darstellte und von vielen als rassistisch empfunden wurde.
  • Obama betonte, dass die Mehrheit der US-Bevölkerung ein solches Verhalten als 'zutiefst verstörend' empfinde und sprach von einem erschreckenden Verlust von Anstand und Respekt in der US-Politik.
  • Er äußerte die Erwartung, dass dieses Verhalten den Republikanern bei den Kongress-Zwischenwahlen im November schaden werde; Trump selbst erklärte später, er habe nur den ersten Teil des Videos gesehen.