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Keine große Asyl-Bewegung nach Iran-Krieg zu erwarten

Heute, 10:15 · Lesedauer 2 min

Geht es nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre, dürfte der Angriff von USA und Israel im Iran keine größere Flüchtlingsbewegung nach Österreich auslösen. Weder hat die Eskalation in Nahost ab 2024 die Asyl-Zahlen in Österreich bewegt, noch die ersten Bombardements der USA im Iran im Vorjahr.

Iraner zählen zwar zu den größeren Herkunftsgruppen bei den Asyl-Antragsstellern in Österreich. Ihre Zahl ist im Vergleich zu Afghanen und Syrern aber überschaubar. So gab es im Vorjahr nur 467 Ansuchen und damit Platz sechs unter den Herkunftsländern, und das, obwohl die Anerkennungsquote bei Bürgern des Landes mit über 67 Prozent vergleichsweise hoch ist.

Auch in den Jahren davor bewegten sich die Antragszahlen in etwa in diesem Bereich. 2024 waren es 523, 2022 und 2023 über 700. Letztmals wirklich hoch waren sie Mitte des vergangenen Jahrzehnts, als ja die Grenzen mehr oder weniger geöffnet waren. 2015 wurden mehr als 3.400 Anträge von Iranern eingebracht.

Dass kriegerische Auseinandersetzungen in der Region nicht unbedingt eine Flüchtlingsbewegung Richtung Österreich auslösen, zeigt sich auch am Nahostkonflikt. Nach dem Terror-Angriff der Hamas auf Israel und der darauf folgenden militärischen Reaktion Israels hat sich bei den Antragszahlen nur sehr wenig getan.

Genau sind die Zahlen nicht auszulesen, da Palästinenser in der Statistik unter die Staatenlosen fallen. Laut Angaben aus der Regierung machen sie dort einen Anteil von einem Viertel bis zu einem Drittel aus. 2024 gab es 558 Anträge von Staatenlosen, im Vorjahr 374. Das bedeutet, dass in den vergangenen beiden Jahren zusammen etwa 220 bis 330 palästinensische Asyl-Ansuchen in Österreich gestellt wurden. Zum Vergleich: Alleine im heurigen Jänner gab es zusammengezählt 490 Anträge von Syrern und Afghanen. 28 kamen von Iranern, 15 von Staatenlosen.

Zusammenfassung
  • Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass der Angriff von USA und Israel im Iran keine größere Asylbewegung nach Österreich auslöst.
  • Iranische Asylanträge bleiben mit 467 im Vorjahr und 523 im Jahr 2024 niedrig, obwohl die Anerkennungsquote bei über 67 Prozent liegt.
  • Auch nach dem Nahostkonflikt sind die Zahlen stabil: 2024 gab es 558 Anträge von Staatenlosen (darunter viele Palästinenser), während im Jänner 2024 490 Anträge von Syrern und Afghanen eingingen.